Bild: Andreas Chudowski für WirtschaftsWocheDer Investor Marc Faber ist für seine ökonomischen Prognosen weltweit bekannt. Für Asien skizziert er ein Szenario, dass China nicht gefallen wird.
In seinem Blog fasst er dies so zusammen: "I don’t think that in Asia at the present time there is any economic growth."
Bild: dapdBrasilien, Chile, Argentinien. Das Wachstum in den Rohstoffländern, den Lieferanten von China, geht zurück. Diese wiederrum haben dann weniger Geld, um chinesische Waren zu kaufen.
Bild: IVAN ALVARADOEgal ob Aluminium, Kupfer oder Stahl- Chinas Rohstoffkonsum sinkt. Laut einer Studie des Instituts für internationale Wirtschaftspolitik an der Universität Bonn wird der Rohstoffverbrauch nicht mehr so stark steigen wie in den 20 Jahren zuvor.
Bild: dpa/dpawebEin weiterer Indikator für die ökonomische Stagnation sind die Zahlen Taiwans und Süd-Koreas. Der Export beider Länder, der auf China ausgerichtet ist, weist ein rückläufiges Exportwachstum auf.
Bild: REUTERSWestlich von Hong Kong liegt die Sonderverwaltungszone der Volksrepublik China, besser bekannt als Macau, Asiens Monte Carlo. Zwar steigen die Gesamtumsätze jedoch sinkt das Umsatzwachstum der Vermittler (Junkits), also derjenigen, die die Glücksuchenden nach Macau in die Casinos bringen.
Bild: APLouis Vuitton, Gucci, Prada. Die Luxusbranche kann sich nicht beklagen, zumindest nicht in Europa. Laut Fabers Prognose jedoch geht der Konsum von Luxusgütern zurück.
Bild: REUTERSLaut Fabers Einschätzung steigt der Stromverbrauch kaum noch. Weitere Studien geben ihm Recht. Im Vergleich zu 2011 sank das Wachstum des vierteljährlichen Energieverbrauchs um 5,9 Prozent.
Bild: REUTERSDie Baoshan Iron & Steel Co. verzeichnet einen Rückgang ihres Netto-Profits von 43 Prozent. Das Unternehmen ist nicht unbekannt, gehört es doch der Shanghai Baosteel Group Corporation an, Chinas zweitgrößten Stahlproduzenten.
Bild: APAuch die chinesische Bevölkerung spürt den Abschwung. Viele leisten sich nicht mehr das teure amerikanische Fast-Food. Statt Cheeseburger heißt es wieder Chop Suey. Dies hat auch negative Auswirkungen auf den Umsatz amerikanischer Ketten.
Der Investor Marc Faber ist für seine ökonomischen Prognosen weltweit bekannt. Für Asien skizziert er ein Szenario, dass China nicht gefallen wird.
In seinem Blog fasst er dies so zusammen: "I don’t think that in Asia at the present time there is any economic growth."
Das chinesische Jahr der Schlange hat kaum begonnen, da erschreckt uns die HSBC-Bank mit der Prophezeiung: „In der Zukunft wird 2013 als das Jahr des Renminbi erinnert werden.“ So jedenfalls lautet die Headline einer Anzeige, die die HSBC derzeit in internationalen Medien geschaltet hat. Mit einem kleinen optischen Geck: Eine züngelnde Schlange, die gespaltene Zunge dabei, ähnlich wie bei dem Euro-Zeichen €, in Form eines Y mit zwei Querstrichen, dem Zeichen für die chinesische Währung Yuan, den die Chinesen Renminbi („Volkswährung“) nennen.
Der Yuan die Währung des Jahres? Das könnte man für einen Witz halten: Selbst seinen eigenen Handel mit dem Rest der Welt wickelt China erst zu 14 Prozent in Yuan ab. Und rechnet man alle internationalen Zahlungsströme zusammen, liegt der Yuan heute bloß an 14. Stelle, noch hinter dem russischen Rubel und dem thailändischen Baht.
Der Aufstieg des Yuan und die Folgen für Dollar und Euro
Doch die HSBC-Bank ist nicht irgendein kleines Institut mit zu viel Fantasie: Sie ist die China-Bank schlechthin. Sie wurde 1865 als The Hongkong and Shanghai Banking Corporation Limited gegründet, um den wachsenden Handel zwischen Europa, China und Indien zu finanzieren. Beschränkte sich ihr Operationsgebiet damals in erster Linie auf das Britische Kolonialreich, so ist sie heute eine der größten Banken der Welt und vermutlich die internationalste überhaupt. Wenn sie sich zum Yuan äußert, muss man das ernst nehmen.
Dass sich international etwas durch den Yuan verändert, hat auch Frank Sieren zum Thema seines neuen Buches gemacht. Es heißt: „Geldmacht China. Wie der Aufstieg des Yuan Euro und Dollar schwächt“. Es ist soeben im Carl Hanser Verlag in München erschienen, es kostet 19,90 Euro, für Yuan ist es hier noch nicht zu haben. Sieren kennt sich aus in China, er lebt seit bald 20 Jahren in Peking, hat als Korrespondent für die WirtschaftsWoche und die Zeit geschrieben und ist jetzt ein Kolumnist des Handelsblatts. Dazu hat er einige Bücher über Chinas wirtschaftlichen und politischen Aufstieg geschrieben.
Lesenswert in seinem neuesten Buch ist vor allem der Teil über Chinas Stellung im internationalen Finanz- und Währungssystem, der sich mit seiner historischen Entwicklung bis heute befasst: Die Bedeutung des spanischen Silberdollars für den China-Handel im 18. und beginnenden 19. Jahrhunderts, die Vormacht der Briten mit Goldstandard und Pfund Sterling im 19. Jahrhundert und deren Ablösung durch die USA nach dem Ersten Weltkrieg. Wir erfahren, wie Chinas Kommunisten unter Mao Tse-tung nach der Machtübernahme China das Bankensystem unter ihre Kontrolle brachten, es nach sowjetischem Vorbild verstaatlichten und die Beziehungen zu den internationalen Finanzmärkten kappten.
- Seite 1: China fordert mit dem Yuan den US-Dollar heraus
- Seite 2: China in der Dollarfalle
- Seite 3: Wie der Yuan internationalisiert wird
- Seite 4: Reformen – systemisches Risiko der KP-Herrschaft
















