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kolumne Aus der weiten Welt: Indien schwächelt, Delhi lächelt

Kolumne von Klaus Methfessel

Indien droht die Gunst der internationalen Investoren zu verspielen und wirtschaftlich zurückzufallen. Indiens politische Elite ignoriert dies jedoch hartnäckig. Höchste Zeit für Klartext, wenn sich diese Woche die Deutsch-Indische Handelskammer in Düsseldorf trifft.

Indiens Handelsminister Anand Sharma Quelle: dpa
Indiens Handelsminister Anand Sharma wies vehement jegliche Kritik am wirtschaftspolitischen Kurs seiner Regierung zurück Quelle: dpa

In „Atlas Shrugged“ erzählt die amerikanische Autorin Ayn Rand (1905 – 1982) die Story, wie Unternehmer und andere Kreative auf mysteriöse Weise einer nach dem anderen aus dem öffentlichen Leben eines Landes verschwinden. Die Ursache dieses rätselhaften Exodus‘: eine Art Investitionsstreik. Die produktiven Kräfte des Landes fliehen aus Kritik an übergreifender staatlicher Bürokratie und hoher Steuerbelastung in ein unzugängliches, imaginäres Gebiet und bauen dort eine Gesellschaft nach ihren eigenen Maßstäben auf, wo jeder die für seine Leistung gerechte Bezahlung erhält.

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Das 1957 veröffentlichte Buch ist natürlich nur eine fiktive Geschichte der weltberühmten Autorin, deren Bücher bis heute eine Gesamtauflage von insgesamt 25 Millionen erreichten. Die Geschichte spiegelt aber die damalige Situation mit national stark regulierten Märkten, hohen Zöllen und abgeschotteten Kapitalmärkten wider, als Unternehmen auf Gedeih und Verderb den nationalen Produktionsbedingungen unterworfen waren.

Heute, in Zeiten der Globalisierung und von freiem Kapitalverkehr sind Unternehmer nicht mehr Gefangene eines Landes, sondern ihnen bieten sich reale, alternative Investitionsstandorte rund um den Globus. Investoren setzen heute ihr Kapital dort ein, wo die Produktionsbedingungen und Marktchancen am vielversprechendsten sind.

Diese Lektion haben die Politiker vieler Länder in den Achtzigerjahren lernen müssen. Dies schien auch die politische Elite Indiens verstanden zu haben, als sie 1989 wirtschaftspolitische Reformen einleitete, um Indien mithilfe freier Märkte und ausländischer Investoren schneller aus der Armut zu befreien.

An diesem Willen lassen es die Verantwortlichen in Neu Delhi seit einiger Zeit fehlen. Ein Beispiel dafür ist das Interview, das Indiens Handelsminister Anand Sharma kürzlich der FAZ gab. Darin wies Sharma vehement jegliche Kritik am wirtschaftspolitischen Kurs seiner Regierung zurück. Das Interview ist ein Musterbeispiel für die Ignoranz und Arroganz, mit der sich die politisch führenden Kreise Indiens gegenüber ausländischer Kritik immunisieren.

1 KommentarAlle Kommentare lesen
  • 11.06.2012, 14:22 UhrIndogerman

    Deutsche Manager in Indien. "Andere Länder andere Sitten" das ist leider bei den Managern nicht angekommen. Es gibt ein sprichwort "Geduld ist halbes Leben"

    Wir gehen davon aus, dass jeder der in Deutschland arbeitet, gut mit sprache Deutsch und Arbeitskultur vertraut ist. Wie ist mit deutsche Managern/Diplomaten in Indien? Indische Botschafterin kann eine Rede in Deutsch halten, und unser Botschafter in Delhi? Industrie in Deutschland muss auch lernen: "Kein Kultur kann überleben, wenn es versucht Exklusiv zu sein" Gandhi.
    Außenminister: wenn Sie in Deutschland sind, müssen Sie Fragen in Deutsch stellen. Das ist korrekt! Dann müssen unser Merkel in Moskou eine Rede in Russisch halten. Wie etwa Putin in Deutschland.

    Deutsche Manager/Diplomaten können mit Geduld und fremde Kulturen nicht umgehen. Dazu kommt Diplomatische Umgang. Wir jammern zu erst und handeln später. Damit können wir kein Erfolg in Indien schaffen.

    Jeder Inder der in Deutschland arbeitet sollte die Sprache Deutsch lernen und mit Arbeitkultur in Deutchland umgehen können. Genau das gilt für unser Managern in Indien. Frage lautet können wir mit "Dinglish" und "Hinglish" gute geschäftbeziehung aufbauen? Regional Sprache und Regional Arbeitskultur spielt eine grosse Rolle und damit können wir um gehen.

    Es ist ein wunder, dass deutsche Industrie Anshu Jain ( erstmals einar aus nicht EU/US/Schweiz) als top Manager eingestellt hat. Industrie wo Ausländer und Frauen keine Chancen haben halte ich nicht viel. Das von einem Land wo wir vom Export leben. Anshu Jain und Frau Mekel als top Leute in einem Land wo "Kirche/Küche und Kinder" politik ist nicht anders als was Taliban auch versuchen. Damit Indien und Deutschland fast gleich. Nur industrie in Indien wurde nimals schaffen Frauen 23% weniger gehlat zu geben. Das können nur Länder wie Saudi Arabien/Afghanistan/BRD. Shade!!!!!

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