Außenhandel: China befeuert Deutschlands Wirtschaftswunder

Außenhandel: China befeuert Deutschlands Wirtschaftswunder

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Chinesisches Containerschiff: Die Volksrepublik könnte bald zum zweitgrößten Abnehmer deutscher Exporte aufsteigen. Schon jetzt ist unser Wachstum zu einem großen Teil „made in China“.

von Mark Fehr

Die Volksrepublik könnte bald zum zweitgrößten Abnehmer deutscher Exporte aufsteigen. Schon jetzt ist unser Wachstum zu einem großen Teil „made in China“.

Explodierende Exporte haben die deutsche Industrie aus der Krise gerettet. Jetzt erwarten die führenden Wirtschaftsinstitute, dass bald auch die Binnennachfrage den Aufschwung stützt. Doch der Ausfuhr-Boom hält an: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel und Dienstleistungen (BGA) rechnet damit, dass die Lieferungen ins Ausland in diesem Jahr um satte 16 Prozent zulegen. Ohne den erfolgreichen Exportsektor wäre die neueste Konjunkturprognose von 3,5 Prozent BIP-Wachstum für 2010 niemals so sensationell ausgefallen.

Aktuell lässt die Dynamik der Weltwirtschaft deutlich nach, trotzdem dürften die Ausfuhren 2011 noch um bis zu sieben Prozent wachsen. Der deutsche Außenhandel steuert deshalb auf einen Rekord zu: 1.003 Milliarden Euro Exportvolumen. „Im kommenden Jahr bestehen also gute Chancen, zum ersten Mal in der Geschichte die Marke von einer Billion Euro zu erreichen“, sagte BGA-Präsident Anton Börner. Bereits im ersten Halbjahr 2011 könnten die Ausfuhren wieder das Niveau vor der Krise erreichen.

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Nachholbedarf der Schwellenländer

Was ist der Grund für dieses sensationelle Comeback aus der Rekordrezession des vergangenen Jahres? Die exportstarken deutschen Industrieunternehmen aus den Branchen Maschinenbau oder Elektrotechnik gehörten zu den ersten, die von der historischen Krise erwischt wurden. Doch sie waren auch die ersten, die profitierten, als die weltweite Nachfrage wieder anzog.

Kein Wunder, denn gerade in asiatischen und südamerikanischen Schwellenländern herrscht starker Nachholbedarf an hochwertigen Investitionsgütern – und ausländische Firmen bestellen gern und viel bei deutschen Produzenten und Lieferanten.

Besonders die Chinesen machen sich hier bemerkbar: Sie stoßen immer weiter in den Kreis der wichtigsten deutschen Kunden vor – und wirbeln die Außenhandelsstatistik tüchtig durcheinander. Im vergangenen Jahr kaufte China noch deutlich weniger deutsche Waren als Frankreich, die Niederlande oder die USA. Allerdings glänzten damals allein die Lieferungen in die Volksrepublik mit Wachstum, während die Exporte in alle anderen wichtigen Zielländer im Zuge der Wirtschaftskrise schrumpften.

Doch schon im kommenden Jahr wird sich die Bedeutung Chinas auch in absoluten Zahlen zeigen: Das Münchner ifo Institut erwartet laut einem Bericht der Financial Times Deutschland, dass die Volksrepublik im kommenden Jahr zum zweitgrößten Absatzmarkt für deutsche Waren aufsteigt.

Top-Kunden bleiben zwar immer noch die Franzosen, doch die Chinesen könnten wichtige Abnehmernationen wie die Niederlande, die USA oder Großbritannien mit einem Satz überholen. Nach Ansicht der ifo-Experten sei es nur eine Frage der Zeit, bis China auch den ersten Platz in der deutschen Außenhandelsstatistik erobert.

Noch besetzen diesen die Franzosen. Unser Nachbarland kauft 2011 voraussichtlich für 94 Milliarden Euro von deutschen Unternehmen ein. Doch die Dynamik der China-Exporte ist schwindelerregend: Sie dürften im kommenden Jahr auf rund 66 Milliarden Euro steigen – ein fast doppelt so großes Volumen wie 2009.

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