Auszeit bei Atomgesprächen mit Iran: Hoffnung auf Durchbruch

Auszeit bei Atomgesprächen mit Iran: Hoffnung auf Durchbruch

Bild vergrößern

Die Verhandlungen um das iranische Atomprogramm pausieren nun bis nächste Woche Donnerstag.

Seit zwölf Jahren schwelt der Streit um das iranische Atomprogramm. Jetzt gehen die Verhandlungen in die entscheidende Phase. Wie schon mehrmals zuvor. Ein Erfolg ist auch diesmal alles andere als sicher.

Trotz großen Zeitdrucks nehmen die Verhandlungsdelegationen bei den Atomgesprächen im schweizerischen Lausanne eine mehrtägige Auszeit. Die Verhandlungen würden am Donnerstag kommender Woche (26. März) fortgesetzt, sagte Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif am Freitag laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. Zuvor wollten die Außenminister der USA, Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens am Samstag in London über den Stand der Verhandlungen beraten, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus westlichen Diplomatenkreisen in Lausanne.

Den Unterhändlern bleibt nicht mehr viel Zeit, wenn sie die selbst gesetzte Frist für ein Rahmenabkommen bis zum 31. März einhalten wollen. Bis Ende Juni soll dann eine umfassende Einigung stehen.

Anzeige

US-Außenminister John Kerry führte am Freitag den sechsten Tage in Folge in Lausanne Gespräche mit seinem iranischen Kollegen Mohammed Dschawad Sarif. Kerry bezeichnete diese als „konstruktiv und produktiv“. Die iranische Delegation wollte noch am Freitag nach Teheran zurückreisen. Dort beginnt in der Nacht zum Samstag das Neujahrsfest.

US-Präsident Barack Obama sprach von einer „historischen Gelegenheit“, das Problem friedlich zu lösen. Sie müsse genutzt werden. Bei den Verhandlungen in der Schweiz gebe es Fortschritte, aber es blieben noch Meinungsverschiedenheiten.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bekräftigte am Rande des Brüsseler EU-Gipfels den Wunsch nach einem Erfolg der Atomgespräche. „Es geht darum, dass die nukleare Bewaffnung des Iran eingedämmt wird“, sagte Merkel. „Es muss aber ein glaubwürdiges Abkommen sein“, betonte Merkel.

Ungelöst sind vor allem zwei Streitpunkte: Wieweit muss der Iran seine technischen Anlagen zur Anreicherung von Iran begrenzen und wann sollen die gegen das Land verhängten Sanktionen aufgehoben werden? Der Iran hat derzeit etwa 20 000 Zentrifugen, mit denen Uran angereichert werden kann. Hochangereichertes Uran wird für den Bau von Atombomben gebraucht. Experten gehen davon aus, dass das Land im Falle eines Abkommens etwa 6000 bis 8000 der Zentrifugen behalten dürfte.

Bei den Sanktionen fordert der Iran eine schnelle Aufhebung möglichst bald nach einer Einigung. Dabei geht es Teheran vor allem um UN-Resolutionen, mit denen internationale Lieferverbote verhängt wurden. Demnach dürfen keine atomaren Ausrüstungsgüter sowie Güter in den Iran geliefert werden, die sowohl für zivile als auch für atomare Zwecke genutzt werden könnten.

Der Westen will diese UN-Sanktionen hingegen erst nach und nach über Jahre und abhängig von der iranischen Umsetzung einer möglichen Einigung aufheben. Voraussetzung ist auch, dass der Iran Kontrollen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zulässt. Bilaterale Handelssanktionen, die die USA und die EU verhängt haben, könnten aber schneller beseitigt werden, berichtete das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf einen ungenannten westlichen Diplomaten.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%