Autoimporte: Chinesische Zoll-Pläne verschärfen Handelsstreit mit den USA

Autoimporte: Chinesische Zoll-Pläne verschärfen Handelsstreit mit den USA

, aktualisiert 14. Dezember 2011, 20:15 Uhr
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Cadillac auf der Auto-Show in Peking: Zukünftig sollen hohe Zölle auf US-Autoimporte gelten.

Quelle:Handelsblatt Online

Peking steuert im Handelsstreit mit Washington einen Kurs der Eskalation. Autoimporte aus den USA werden mit Anti-Dumping-Zöllen von bis zu 21,5 Prozent belegt. Bei der Auseinandersetzung geraten deutsche Autobauer zwischen die Fronten.

PekingDie Chinesen wollen Autos mit Strafzöllen belegen, die in den Vereinigten Staaten vom Band rollen. Alle deutschen Konzerne sind in den USA mit jeweils einem Werk vertreten. Während VW aber nur für den nordamerikanischen Markt fertigt, führen Daimler und BMW ihre Autos bis ins Reich der Mitte aus. „Wir prüfen, ob und welche Auswirkungen diese Entscheidung für uns haben wird“, sagte eine Daimler-Sprecherin am Mittwoch in New York. Der Rivale BMW betonte in einer ersten Reaktion, der Konzern rechne nicht mit spürbaren Folgen. Selbst der US-Autoriese GM zeigte sich betont gelassen, gleichwohl das Unternehmen die schwerste Bürde zu tragen hat.

Fahrzeuge von GM sollen mit Strafzöllen von 12,9 Prozent belegt werden und Wagen von Chrysler mit 8,8 Prozent, berichtete die Finanznachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf das chinesische Handelsministerium. Für Autos aus der US-Produktion von BMW und Daimler seien Zölle von 2,0 beziehungsweise und 2,7 Prozent vorgesehen, hieß es. Auch andere Hersteller seien betroffen. Die Zölle gelten für Autos mit mehr als 2,5 Litern Hubraum. „Wir rechnen nicht mit nennenswerten Auswirkungen“, sagte ein BMW-Sprecher mit Blick auf den relativ niedrigen Prozentsatz, der auf den Preis aufgeschlagen wird. Wie Daimler stellt BMW in den Vereinigten Staaten die meisten seiner Geländewagen her. Seit Jahresbeginn seien in China rund 15 000 X5 verkauft worden sowie knapp 6000 der kleineren X3 und etwa 7700 der größeren X6, sagte der Sprecher.

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Die BMW-Aktie hatte am Mittwoch gut 5 Prozent verloren und sich damit deutlich schlechter als der Markt entwickelt. Das Daimler-Papier verlor 3 Prozent. Die Stuttgarter haben bis zum November annähernd 9000 M-Klasse-Geländewagen aus US-Produktion in China verkauft sowie 7800 Exemplare des Familienwagens R-Klasse. Hinzu kommt noch der große GL-Geländewagen, für den aber zunächst keine Verkaufszahlen vorlagen. Die Aktie von GM büßte 2 Prozent ein und damit ebenfalls mehr als der Markt, wenngleich sich die Auswirkungen der chinesischen Strafzölle nach Angaben eines GM-Sprechers in Grenzen halten: „GM baut seine Autos in der Regel dort, wo sie auch verkauft werden. Die Fahrzeuge, die GM nach China einführt, machen weniger als ein halbes Prozent der
örtlichen Produktion aus.“

Eine Sprecherin des amerikanischen Handelsbeauftragten zeigte sich am Mittwoch enttäuscht über die chinesischen Pläne. Man werde mit den Beteiligten und dem US-Kongress über das weitere Vorgehen beraten. Der Autoriese General Motors, an dem der Staat nach der Rettung vor zwei Jahren immer noch beteiligt ist, dringt auf eine Lösung des Handelsstreits. Der Konzern verkauft im asiatischen Raum inzwischen mehr Autos als in der Heimat. Auch der kleinere Rivale Chrysler drängt verstärkt in die Volksrepublik. Von Chrysler war kein Kommentar zu erhalten.

Die Strafzölle dürften eine Gegenmaßnahme sein: Peking war es nicht gelungen, US-Zölle auf chinesische Reifen abzuwenden. Auch ein Gang vor die Welthandelsorganisation WTO war ergebnislos geblieben. China ist für die weltweite Autoindustrie zu einem immer wichtigeren Absatzmarkt geworden. Zuletzt hatte sich das Wachstum allerdings deutlich verlangsamt.

Quelle:  Handelsblatt Online
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