Barack Obama : US-Präsident in Hiroshima angekommen

Barack Obama : US-Präsident in Hiroshima angekommen

, aktualisiert 27. Mai 2016, 10:20 Uhr
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Barack Obama und Shinzo Abe

Auf diese Geste hat Japan lange gewartet: Erstmals besucht mit Barack Obama ein US-Präsident im Amt das Mahnmal für die Toten des Atombombenabwurfs auf Hiroshima. Eine Entschuldigung will er jedoch nicht aussprechen.

71 Jahre nach dem Atombombenabwurf der USA auf Hiroshima besucht Barack Obama als erster amerikanischer Präsident die japanische Stadt. Obama landete am Freitag im Anschluss an das Gipfeltreffen der sieben großer Industriestaaten (G7) im japanischen Ise-Shima im etwa 400 Kilometer entfernten Hiroshima.

Zunächst wird er sich mit Soldaten auf einem US-Truppenstützpunkt treffen, bevor er im Friedenspark von Hiroshima einen Kranz am Mahnmal für die Opfer niederlegen und eine kurze Erklärung abgeben will. Japanischen Medienberichten zufolge werden auch drei Überlebende des Atombombenabwurfs der Zeremonie beiwohnen.

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Er komme in erster Linie, um der Millionen Opfer des Zweiten Weltkrieges „zu erinnern und zu ehren“, sagte Obama in einem am Freitag veröffentlichten, schriftlich geführten Interview mit der japanischen Tageszeitung „Asahi Shimbun“. Begleitet wird er von Japans rechtskonservativem Ministerpräsidenten Shinzo Abe. „Hiroshima erinnert uns, dass Krieg, unabhängig von der Ursache und den involvierten Ländern, in gewaltigem Leiden und Verlust resultiert, vor allem für unschuldige Zivilisten“, erklärte Obama.

Er hatte zuvor klargemacht, dass er sich für den Atombombenabwurf nicht entschuldigen werde. Er und Abe wollten durch ihren gemeinsamen Besuch „der Welt die Möglichkeit der Aussöhnung zeigen, dass frühere Feinde die stärksten Verbündeten werden können“, so Obama.

Der Blitz der ersten im Krieg eingesetzten Atombombe hatte Hiroshima in ein Inferno verwandelt. Von den 350.000 Bewohnern Hiroshimas starben durch die Atombombe auf einen Schlag schätzungsweise mehr als 70.000 Menschen; Ende Dezember 1945 lag die Zahl schon bei 140.000. Drei Tage nach dem ersten Abwurf zündeten die Amerikaner über Nagasaki eine zweite Atombombe. Bis Dezember 1945 starben dort etwa 70.000 Menschen. Die genaue Opferzahl wird sich nie ermitteln lassen, weil viele erst an den Spätfolgen der radioaktiven Strahlung starben.

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G7-Gipfel in Japan Quelle: dpa

Sein Besuch in Hiroshima zusammen mit Abe werde ihre „geteilte Vision einer Welt ohne Atomwaffen“ bekräftigen, sagte Obama am Rande des G7-Gipfels. „Ich will einmal mehr die sehr realen Bedrohungen unterstreichen und eine erhöhte Aufmerksamkeit bei uns allen dafür schaffen“. Konkret nannte er Nordkorea als Gefahr. Kritiker sind jedoch enttäuscht von Obamas atomarer Abrüstungsbilanz.

Seine Vision einer Welt ohne Atomwaffen habe bis heute kaum etwas bewirkt, sagte der Nuklearexperte Shannon Kile vom renommierten Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri der Deutschen Presse-Agentur. „Daraus ist wirklich gar nichts geworden“, sagte er. „Was wir stattdessen gesehen haben, ist im Grunde ein Triumph des nuklearen Status quo in den Vereinigten Staaten“, kritisierte Kile.

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Zu Beginn seiner Amtszeit hatte Obama vor sieben Jahren in einer Rede in Prag seine Vision einer atomwaffenfreien Welt verkündet und war unter anderem dafür später mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Die Zahl der Atomsprengköpfe ist zwischen dem Beginn von Obamas Amtszeit 2009 und 2015 weltweit zwar von 23.300 auf 15 850 gesunken - zu Zeiten des Kalten Krieges waren es noch rund 70.000. Zugleich investieren die USA aber massiv in die Modernisierung von Atomwaffen. „Das ist für uns ein großer Schritt zurück“, sagte Kile.

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