Bernanke-Nachfolge: Wird Janet Yellen die neue Fed-Chefin?

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Bernanke-Nachfolge: Wird Janet Yellen die neue Fed-Chefin?

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Nachdem Lawrence Summers seine Kandidatur zurückgezogen hat, gilt die Ökonomin Janet Yellen als Topfavoritin für die Nachfolge Bernankes.

Nach dem Rückzug von Lawrence Summers gilt Janet Yellen als heißeste Kandidatin für die Nachfolge von Fed-Chef Ben Bernanke, konkurrenzlos ist sie allerdings nicht. Warum Yellen die Favoritin der Finanzmärkte ist.

Es ist eine Vorentscheidung gefallen im Rennen um den Chefposten der mächtigen US-Notenbank Fed: Nach dem überraschenden Verzicht des früheren Finanzministers Lawrence Summers hat Fed-Vizepräsidentin Janet Yellen jetzt die besten Chancen auf den wichtigen Posten. Sie wäre in der fast 100-jährigen Geschichte der Zentralbank die erste Frau an der Spitze. Vor allem die Finanzmärkte frohlockten angesichts dieser Nachricht.

Im Gegensatz zu Summers steht Yellen für eine Fortsetzung der ultra-lockeren Geldpolitik des Amtsinhabers Ben Bernanke, sie gilt als geldpolitische Taube. Mit ihr dürfte die Fed Experten zufolge noch länger auf Konjunkturhilfen setzen und eine Zinserhöhung auf die lange Bank schieben. Die weltweiten Börsen reagierten sofort: Der Dollar verlor an Wert, während es an den Aktienmärkten nach oben ging. In Frankfurt erreichte der Dax ein neues Rekordhoch von über 8600 Punkten. Bernankes Amtszeit geht noch bis Januar 2014, es heißt, Obama wolle sich im Herbst zur Nachfolgediskussion äußern.

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Wer ist die neue Favoritin?

Die neue Favoritin auf den Notenbankchefposten, Janet Yellen, ist bereits ein alter Hase im geldpolitischen Geschäft. Ihre Karriere bei der Fed hat sie 1977 gestartet. Yellen ist eine ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin - ein Pfund, mit dem sie wuchern kann. Denn die Fed hat anders als etwa die Europäische Zentralbank nicht nur den Auftrag, für stabile Preise zu sorgen, sondern auch für Vollbeschäftigung. Und sie koppelt ihre Zinspolitik an die Arbeitslosenquote, die mit über sieben Prozent zwar langsam fällt, aber noch immer auf einem für amerikanische Verhältnisse hohen Niveau liegt. Die Fed versucht, die Lage mit massiven Konjunkturhilfen zu verbessern. Die Maßnahmen - etwa milliardenschwere Anleihe-Käufe - haben aber Nebenwirkungen für die Wirtschaft und sind daher umstritten.

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Die frühere Berkeley-Professorin Yellen betont, im Zweifelsfall eine höhere Inflation für eine niedrigere Arbeitslosenquote in Kauf zu nehmen. Schon als Bernankes Vorgänger Greenspan eine Teuerungsrate von Null Prozent anstrebte, konterte Yellen mit Erfolg - sie verwies auf die Deflationsgefahr. Statt dessen verwies sie auf ein Inflationsziel von zwei Prozent. Das ist mittlerweile nicht nur bei der Fed, sondern auch bei anderen Notenbanken ein fester geldpolitischer Anker.

Verheiratet ist Yellen mit dem Ökonomie-Nobelpreisträger George Akerlof, der vor allem für seine Forschung zur asymmetrischen Information und adversen Selektion bekannt geworden ist. Zwar heißt es, das Weiße Haus hätte Summers lieber im Amt des Fed-Chefs gesehen, da man ihm mehr als Yellen zutraute, die Finanzmärkte zu regulieren. Aber auch Yellen war bereits unter Präsident Clinton oberste Wirtschaftsberaterin, auch Barack Obama setzte bereits in finanzpolitischen Fragen auf ihren Rat.

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