Bettencourt-Spendenaffäre: Sarkozy muss sich Ermittlungsverfahren stellen

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Bettencourt-Spendenaffäre: Sarkozy muss sich Ermittlungsverfahren stellen

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Die französische Justiz hat offiziell Ermittlungen gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy wegen möglicher finanzieller Vorteilnahme im Wahlkampf 2007 aufgenommen.

Die Vergangenheit holt Nicolas Sarkozy ein: In der Affäre um illegale Wahlkampfspenden durch L'Oreal-Erbin Liliane Bettencourt wird nun offiziell gegen Frankreichs Ex-Präsidenten ermittelt. Sein Anwalt kündigte umgehend rechtliche Schritte gegen die Entscheidung an.

Die französische Justiz hat offiziell ein Ermittlungsverfahren gegen Ex-Präsident Nicolas Sarkozy eingeleitet. Dies teilte am Donnerstag der Anwalt Antoine Gillot mit, der einen weiteren Beschuldigten vertritt. Hintergrund ist der Verdacht illegaler Parteispenden. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Milliardärin Liliane Bettencourt Sarkozys konservative Partei UMP mit illegalen Zahlungen im Wahlkampf 2007 unterstützte.

Die Ermittlungen wurden in Bordeaux von Richter Jean-Michel Gentil eingeleitet, nachdem er Sarkozy stundenlang befragt hatte.

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L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt wurde 2006 für dement erklärt. Quelle: dpa

L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt wurde 2006 für dement erklärt.

Bild: dpa

Liliane Bettencourt, Frankreichs reichste Frau, ist 90 Jahre alt und Erbin des L'Oreal-Konzerns. Sie wurde 2006 für dement erklärt und 2011 unter Vormundschaft gestellt. Die Staatsanwaltschaft in Bordeaux wirft dem 58-jährigen Sarkozy vor, die Schwäche Bettencourts damals ausgenutzt zu haben. Hintergrund der Ermittlungen sind unter anderem Zeugenaussagen von ehemaligen Angestellten Bettencourts. Eine frühere Buchhalterin behauptet, sie habe für eine Wahlkampfspende 150.000 Euro Bargeld organisieren sollen. Andere Mitarbeiter wollen prall gefüllte Umschläge gesehen haben.

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Sarkozy hat die schon vor Jahren aufgekommenen Vorwürfe stets zurückgewiesen. Aus seiner Partei hieß es, die Vorwürfe seien politisch motiviert, um den Ex-Präsidenten zu diskreditieren, der im Land laut Meinungsumfragen nach wie vor große Beliebtheit genießt. Der TV-Sender BFM zitierte Sarkozys Anwalt noch am Abend mit den Worten, man werde Berufung gegen die Entscheidung einlegen.

Sarkozy hat mit seiner Wahlniederlage 2012 gegen den Sozialisten Francois Hollande seine Immunität als Politiker verloren. Sollte eine Anklage gegen ihn erhoben werden, wäre das ein herber Rückschlag in seinem Bemühen für ein Comeback: Er gilt als möglicher Kandidat für die Wahl 2017.

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