Bettina Röhl direkt: Israel hängt am Tropf des Westens

kolumneBettina Röhl direkt: Israel hängt am Tropf des Westens

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Israelische Artillerie-Stellung

Kolumne von Bettina Röhl

Die Mörder von drei jungen Israelis haben ihr Ziel erreicht. Der israelisch-palästinensische Konflikt ist erneut in eine heiße militärische Phase geraten. Es ist der Westen, der eine erhebliche Mitverantwortung an dieser Lage trägt .

Israel hängt am Tropf des Westens. Das ist eine harte Feststellung der harten Realität. Zwar ist Israel Teil des Westens - geographisch allerdings beheimatet in einer Insellage im Zentrum des Nahen Ostens. Aus historischer Sicht war die Lage Israels in Zeiten des Kalten Krieges zwar schwierig, aber noch Gold - verglichen mit der Lage seit Ende der in Ost und West geteilten Welt.

Einst unterstützten die Sowjetunion und auch die untergegangene DDR ganz selbstverständlich die im Prinzip kommunistisch eingestellten (und grundsätzlich gerade nicht islamischen) palästinensischen Terroristen, die sehr schnell die Interessen der Mehrheit der Palästinenser vertraten. Aus ihnen ist der im November 2004 diplomatisch anerkannte Friedensnobelpreisträger Jassir Arafat hervorgegangen, der mit seiner PLO bei seinen Landsleuten Anerkennung fand und durchaus moderieren konnte.

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Fünf Fakten über Israel

  • Bevölkerung

    In Israel leben rund 8,2 Millionen Einwohner

  • Bruttoinlandsprodukt

    Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2013 rund 242,8 Milliarden Dollar. Pro Einwohner sind dies rund 32.000 Dollar.

  • Landesgröße

    Israel hat eine Landesfläche von 22.380 Quadratkilometern. Davon sind rund 6800 Quadratkilometer besetzte Gebiete. Zum Vergleich: Das Nachbarland Ägypten hat eine Fläche von rund einer Million Quadratkilometer.

  • Religionszugehörigkeit

    Gut 75 Prozent der Bevölkerung Israels sind laut Innenministerium Juden. 20,7 Prozent der Bevölkerung sind Araber. Die Mehrheit der israelischen Araber sind sunnitische Muslime. Der Anteil Christen beträgt etwa 2,1 Prozent.

  • Landesprache

    Hebräisch und Arabisch sind die Amtssprachen des Landes. Zudem spielt Englisch in Israel eine wichtige Rolle. Englisch wird nach Hebräisch am häufigsten gesprochen.

Die berühmte Kalaschnikow war das Wahrzeichen der säkularen Terroristen der Fatah und der PLO um ihre Führungsfigur Arafat. Gegen Arafats PLO trat spätestens seit 1988 - früher gab es schon die Muslimbruderschaft -, die islamisch-islamistische Hamas auf den Plan, die seit 2006 inzwischen wahrscheinlich stärkste Kraft im Gazastreifen.

Religiöse Komponente

Damit ist die politisch säkulare Auseinandersetzung zwischen Israel und den Palästinensern - die in Zeiten des Kalten Krieges schon kompliziert genug war -, um eine andere, nämlich religiöse Komponente erweitert und erschwert worden. Der oberste präsidiale Repräsentant nach außen ist zwar nach wie vor Mahmud Abbas. Aber seine Position ist schwach, wenn nicht gar sehr schwach. Und die Hamas ist seit 2007 bereits an der Macht, konkurrierend mit islamistischen Splittergruppen.

Die Kräfte, die den zukünftigen Staat Palästina, den es geben muss und den es geben wird, zu einem Gottesstaat formen wollen, erstarken regelmäßig. Und zwar dann, wenn sich die Spannungen wie derzeit mit Waffengewalt entladen. Das weiß man auf israelischer wie auf palästinensischer Seite sehr genau.

Immer mehr Tote Israel weitet Bodenoffensive in Gaza aus

Israels Armee dringt immer tiefer in den Gazastreifen vor. Die Operation gegen Tunnel und Raketenabschussrampen soll mindestens noch mehrere Tage dauern. Immer mehr Tote und Verletzte werden gemeldet.

huGO-BildID: 38275674 Smoke billows from an area hit by Israeli strikes in Gaza City , northern Gaza Strip, Sunday, July 20, 2014. Hundreds of panicked residents have fled the neighborhood which they say has come under heavy tank fire from Israeli forces. Some reported seeing dead and wounded in the streets, with ambulances unable to reach the area. Israel widened its ground offensive early Sunday, sending more troops into the Hamas-ruled territory to destroy tunnels used by the Islamic militants to try to sneak into Israel. (AP Photo/Lefteris Pitarakis) Quelle: AP

Die Republikaner im großen Bruderland Israels, den Vereinigten Staaten, haben traditionell eine bedingungslose Unterstützung Israels demonstriert und auch geleistet. Das war eine klare Haltung, eine klare Botschaft, die auch für an und für sich bereits Politik war. Die Demokraten in den USA leisteten zwar ebenfalls volle Unterstützung für Israel, aber doch mit mehr Fragezeichen versehen.

Nach dem Ende der Präsidentschaft des im Westen weithin verhassten George W. Bush trat der Demokrat Barack Obama, messiasgleich gefeiert, die Führung der westlichen Welt an. Seine Außenpolitik gehört allerdings zu den Schwachpunkten seiner Regierung. Viel versprochen haben sich allzu viele Menschen von Obama, auch im Nahen Osten.

Schwindende Rolle

Es war im Westen in Mode, die Außenpolitik der Bush-Regierung zu kritisieren - oder gleich vernichtend abzuqualifizieren. Obama ist dagegen nicht wirklich kritisierbar. Das ist allerdings auch sein größtes politisches Talent, dass man ja auch nicht kleinreden sollte.

In der Sache allerdings wird er nicht mit starken Leistungen in die Geschichte eingehen. Was Israel und den Nahen Osten anbelangt, ist es durchaus ein Negativum, dass Obama eine Politik zeigt, die inkonsistent ist, es allen Seiten recht machen will, dabei aber kein wirkliches Ziel erkennen lässt. Eine Politik, innerhalb derer Israel eine schwindende Rolle spielt.

Die deutsche Kanzlerin Merkel verkündete vor einigen Jahren, Israel sei deutsche Staatsräson. Dieses Versprechen ist allerdings kaum mehr etwas wert, und der Bundespräsident Joachim Gauck relativierte Merkels Satz dann ja auch entscheidend, kaum, dass er im Amt war. An dem Gesagten ändert nichts, dass Merkel erst jüngst wieder vom prinzipiellen Recht Israels auf Selbstverteidigung sprach.

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