Bill Gates: "Drei Mythen behindern den Fortschritt armer Länder"

Bill Gates: "Drei Mythen behindern den Fortschritt armer Länder"

, aktualisiert 22. Januar 2014, 08:06 Uhr

Bill und Melinda Gates leiten die größte private Stiftung der Welt. Im Namen dieser Organisation hat sich der Microsoftgründer an die Öffentlichkeit gewandt. Er prophezeit das Ende der weltweiten Armut - wenn alle mithelfen.

Bill und Melinda Gates sind Gründer der größten, privaten Stiftung der Welt. Die Gates-Stiftung besitzt rund 38 Milliarden Dollar, die sie hauptsächlich in Hilfsprojekte in den Entwicklungsländern investiert. Am heutigen Dienstag veröffentlichten die Gates ihren jährlichen Infobrief, der über die Ziele der Stiftung informiert, aber auch über die gegenwärtige Armutssituation in der Welt. Das diesjährige Schreiben mit dem Titel "Drei Mythen, die die Entwicklung armer Länder behindern" behandelt drei Vorurteile über die globalen Bemühungen zur Beendigung extremer Armut:

  • Arme Länder werden immer arm bleiben
  • Entwicklungshilfe ist reine Verschwendung
  • Menschenleben retten führt zur Überbevölkerung
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"Diese drei spiegeln eine düstere Sicht auf die Zukunft wider, eine Sicht, wonach sich die Welt nicht verbessert, sondern arm und krank bleibt und immer voller wird", hieß es in dem 16 Seiten starken Brief der Bill & Melinda Gates Foundation weiter. "Wir nehmen aber den gegenteiligen Standpunkt ein, dass es der Welt bessergeht, und dass es ihr in zwei Dekaden noch bessergehen wird." Bill Gates ist überzeugt: "Der Glaube, dass die Welt immer schlechter wird, dass wir extreme Armut und Krankheiten nicht heilen können, ist nicht nur falsch. Er ist schädlich." Er würge den Fortschritt ab und mache uns blind für Gelegenheiten, die Dinge zu verbessern. Einseitige Medienberichte sorgten mit dafür, dass zu wenige versuchen, etwas gegen die weltweite Armut zu tun. Es war schließlich schon immer so, dass viele Menschen arm sind und viele auch an den Folgen ihrer Armut sterben. "Dagegen kann man eben nichts machen", so die Mehrheitsmeinung.

In Wirklichkeit führen heute weltweit mehr Menschen ein besseres Leben als jemals zuvor. Die Menschen leben länger und sind gesünder, und die Armutsraten haben sich in den vergangenen 25 Jahren halbiert. Die Kindersterblichkeit geht deutlich zurück. Viele Länder, die früher Entwicklungshilfe bezogen haben, sind nun unabhängig. Bill und Melinda Gates möchten diese Mythen aus der Welt schaffen, da sie den Menschen häufig als Rechtfertigung dienen, um nicht handeln zu müssen.

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Die Geißel der Armut wird aber aus Sicht von Bill Gates in spätestens 20 Jahren so gut wie besiegt sein. Er sei so optimistisch, diese Vorhersage zu machen, schrieb der Multimilliardär in dem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht seiner Stiftung. "Bis 2035 wird es fast keine armen Länder mehr in der Welt geben." Dabei verwies Gates auf Länder wie China, Indien, Brasilien und Botsuana, die einst als Sorgenkinder der Armut galten, heute jedoch Wirtschaftswachstum verzeichneten. Und in Afrika, das allzu oft als hoffnungslos beschrieben werde, sei die Lebenserwartung seit den 1960er Jahren trotz der HIV-Epidemie gestiegen. Mehr Kinder gingen inzwischen zur Schule und weniger Menschen litten Hunger, erklärte Gates.

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