Billiger Kleinwagen geplant: VW greift mit neuer Marke in China an

Billiger Kleinwagen geplant: VW greift mit neuer Marke in China an

Der VW-Käfer steht wie kaum ein anderes Produkt für das deutsche Wirtschaftswunder. Und auch in in China hat Volkswagen die Zeichen der Zeit früh erkannt. Bereits in den 80er-Jahren begann der Konzern in der Volksrepublik Autos zu produzieren. Nun will VW mit einer neuen China-Automarke auch für Massenabsatz im Reich der Mitte sorgen.

Bild vergrößern

Angriff mit eigener China-Marke: Ein Arbeiter reinigt das Firmenschild eines Volkswagen Autohauses in der Nähe von Shanghai

In zwei Wochen läutet China das "Jahr des Hasen" ein. In der Überlieferung gilt der Hase als Symbol für Menschen, die im Geschäftsleben richtige Entscheidungen treffen. Der deutsche VW-Konzern will das Jahr des Hasen für einen strategisch bedeutenden Vorstoß nutzen. Die Wolfsburger planen eine neue Marke, unter der verschiedene Kleinwagenmodelle vorstellbar sind. "Volkswagen für die Volksrepublik" - so das Konzept. Das China-Mobil soll weniger als 8 000 Euro kosten und nach der Integration von Porsche die elfte Marke im VW-Konzern sein.

Bislang produzierte das Unternehmen im Reich der Mitte die Marken VW, Audi und Skoda. Die neue Automarke, für die noch ein Name gesucht wird, soll in Kooperation mit einem der beiden chinesischen VW-Partner entstehen. Die Gespräche führt Volkswagens China-Chef Karl-Thomas Neumann. "Eine lokale Automarke sehen wir grundsätzlich als Chance, in Marktsegmenten aufzutreten, in denen Volkswagen bislang in China nicht vertreten ist", bestätigt Neumann die Pläne.

Anzeige

Preiswertes Auto für die Massen

Die neuen Kleinwagen sollen vor allem den wachsenden Motorisierungsbedarf der Massen befriedigen, die nicht in Metropolen wie Peking und Schanghai leben. Da die Menschen in kleineren Städten weniger verdienen, muss VW hier ein preiswertes Auto anbieten. Mit dem Käfer hatte Volkswagen in der Nachkriegszeit ebenfalls ein Fahrzeug für die breite Masse entwickelt - und damit Automobilgeschichte geschrieben.

Konzernchef Martin Winterkorn unterstützt das Projekt seines China-Statthalters. Mit der neuen Marke will er in den schnell wachsenden Markt billiger Kleinwagen vordringen. Schon jetzt ist das China-Geschäft für Winterkorn von überragender Bedeutung. Im vergangenen Jahr verkaufte VW dort fast zwei Millionen Fahrzeuge - im Heimatmarkt war es gerade einmal die Hälfte.

Winterkorn hat sich vorgenommen, bis 2018 den japanischen Rivalen Toyota als Weltmarktführer abzulösen. Eine Schlüsselrolle dabei spielt China. Der VW-Aufsichtsrat unter Führung von Ferdinand Piëch hat bis Ende 2015 allein für China Investitionen von 10,6 Milliarden Euro genehmigt. VW beschäftigt dort 45 000 Menschen. Im Jahr 2018 dürften es mehr als 8 0000 sein.

Mit den neuen Kleinwagen nur für Chinesen erfüllt VW auch die Vorgaben der Pekinger Führung. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil lokaler Marken bis zum Jahr 2015 von 30 auf 40 Prozent zu steigern. "Vor diesem Hintergrund werden alle Gemeinschaftsunternehmen ausländischer Hersteller in China aufgefordert, lokale Marken aufzubauen", sagte Neumann. Er will aus der Not eine Tugend machen.

Anzeige
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%