Blog: China - Phönix oder Drache: Das Deutsche Haus: Teurer Spaß für Olympiabesucher

Blog: China - Phönix oder Drache: Das Deutsche Haus: Teurer Spaß für Olympiabesucher

Wer als normaler Gast Zugang zu Deutschlands offizieller Olympia-Repräsentanz, dem Deutschen Haus, haben will, muss tief in die Tasche greifen. 400 Euro plus Mehrwertsteuer verlangt der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) für ein Tagesticket, Einlass ab 17 Uhr. Athleten, Funktionäre und Journalisten haben freien Zutritt.

„Ziemlich happig“ sei das, klagen viele Touristen und Geschäftsleute, die aus Deutschland zu den Spielen nach Peking gereist sind. Interessant: Das Haus der Niederländer, wegen des gleichnamigen Sponsors nur Heineken-Haus genannt, verlangt keinen Eintritt. Frei ist der Zugang auch zu den Olympia-Repräsentanzen der Österreicher und der Schweizer.

Dabei ist das, was man für knapp 480 Euro pro Tag bei den Deutschen geboten bekommt, nicht mal besonders üppig. Ein kleines Büffet mit ein paar westlichen und chinesischen Gerichten, dazu Warsteiner-Bier, helles Weizen und Wein. Das Warsteiner-Bier mussten die Deutschen bei der Einfuhr nach China im Zoll noch als Arzneimittel umdeklarieren, um es überhaupt nach Peking zu bekommen. Grund: Chinas strengere Importbestimmungen im Vorfeld der Olympischen Spiele. Klar, man trifft im Deutschen Haus, untergebracht im Kempinski-Hotel, Athleten, mal einen Politiker und kann sich mit manchem Offiziellen mal in ungezwungener Atmosphäre unterhalten. Auch das Ambiente des Deutschen Hauses, vor allem der Garten, ist recht nett.

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Überall hängen Fernsehgeräte, und ich kann mir dei Olympiaübertragungen von ARD und ZDF anschauen. Bei den Niederländern aber gibt es Live-Musik auf einer großen Bühne. Das Ganze ist eine riesige Party. Bei den Deutschen geht es dagegen eher gediegen und ruhig zu. Kölns Oberbürgermeister Fritz Schramma hat schon im Deutschen Haus vorbeigeschaut. Dauergast ist die Schiedsrichter-Legende Walter Eschweiler. Der arbeitet heute im Rang eines Konsuls als offizieller Olympia-Botschafter im Auswärtigen Amt. Der guten Kontakte in die internationale Sportszene wegen, wie es heißt. Stimmung kommt jedesmal auf, wenn Eschweiler seine gelbe oder rote Karte aus der Jacketttasche zieht und sie anderen Gästen vors Gesicht hält. Die Karten hat er ständig dabei.

Sponsoren des Deutschen Hauses sind die Sparkasse, E.On, Payback und Daimler. Die Stuttgarter stellen ein Flotte mit zwei S- und acht R-Klassen. Damit werden VIP-Besucher vom und zum Deutschen Haus gefahren. Jeder Fahrgast bekommt noch einen Übersetzer an die Seite gesetzt, der reibungslosen Konversation zwischen dem chinesischem Fahrer und seinem Gast wegen. Jedem deutschen Goldmedaillen-Gewinner stellen die Stuttgarter außerdem für ein Jahr kostenlos eine C-Klasse zur Verfügung. Festgehalten sind solche Geschenke im so genannten Olympiapass den jeder deutsche Goldmedaillen-Gewinner ausgehändigt bekommt. Kostenlosen Strom von E.On gibt es unter anderem und 50 Liter Warsteiner-Bier, wahlweise alkoholfrei oder mit Alkohol.

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