Börse: Ende der Turbulenzen nicht in Sicht

Börse: Ende der Turbulenzen nicht in Sicht

Bild vergrößern

Dax-Kurse auf einem iPhone

von Silke Wettach

Politische Unsicherheit, Angst vor einer Rezession, Zweifel an der Solidität der Banken – im Moment häufen sich die Risikofaktoren. Die Finanzmärkte werden für geraume Zeit fragil bleiben.

Nahezu nahtlos haben die europäischen Börsen am letzten Handelstag der Woche an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Quer über den Kontinent tendierten die Aktienkurse nach unten. Und die Wall Street hat, auch wenn man nur vier Handelstage zählt, die Woche mit den größten Kursausschlägen seit 2008 hinter sich.

"Eine Panik kann nicht für immer dauern", sagt Holger Schmieding, Chefökonom der Privatbank Berenberg. Aber verdammt lange. Im aktuellen Fall deutet vieles darauf hin, dass die Turbulenzen an den Finanzmärkten noch für geraume Zeit andauern werden. Gleich mehrere, miteinander verbundene Faktoren belasten die Märkte. Schnelle Lösungen sind nicht in Sicht.

Anzeige

Die politische Unsicherheit steigt

Vor allem die politische Unsicherheit steigt in diesen Tagen wieder an. Das Treffen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy vom Dienstag hat nichts Neues gebracht, und deswegen Investoren wenig beeindruckt. Im Gegenteil, nun sorgt eine erhitzte Debatte über die Absicherung der Griechenland-Hilfe von Ende Juli für neue Verunsicherung. Nachdem Finnland am Dienstag mit Griechenland ein Pfand als Sicherheit für seine Unterstützung vereinbart hatte, verlangen nun andere Geberländer wie Österreich, Slowenien, die Slowakei und die Niederlande ähnliche Leistungen. Sicherheiten waren in der Vereinbarung vom Juli ausdrücklich vorgesehen worden – auf Drängen Finnlands. Damals hatte man aber in Brüssel und Berlin gehofft, dass nicht  noch mehr Länder davon Gebrauch machen wollen. Die kleinen Länder machen zwar nur elf Prozent der Griechenland-Hilfe aus, aber de facto fällt die Konstruktion in sich zusammen, wenn alle eine Sicherheit verlangen.

Kaum Hoffnung auf baldige Erholung Griechenlands

Als Kompromiss hat die österreichische Finanzministerin Maria Fekter vorgeschlagen, dass nur Länder deren Banken und Versicherungen nur gering in Griechenland engagiert sind, Garantien erhalten. Dies würde auf Österreich zutreffen. Große Länder wie Deutschland und Österreich profitieren dagegen ohnehin vom Griechenland-Paket, da es ihren Banken hilft, die stark in dem überschuldeten Land im Südosten Europas engagiert sind.

Der Ruf nach Absicherung verdeutlicht, wie wenige Hoffnungen sich die kleinen Geberländer auf eine baldige Erholung Griechenlands machen. Von dort kommen neue schlechte Nachrichten. Finanzminister Evangelos Venizelos kündigte am Freitag an, dass die Wirtschaft in diesem Jahr wahrscheinlich um mehr als 4,5 Prozent schrumpfen wird. Bisher war die Regierung von einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von unter vier Prozent ausgegangen.

Anzeige
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%