Deutsches Konsulat in Masar-i-Sharif angegriffen

Bombe in Masar-i-Sharif: Steinmeier bestätigt sechs Todesopfer

, aktualisiert 11. November 2016, 06:34 Uhr
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Außenminister Frank-Walter Steinmeier bei ein Treffen des Krisenstabs im Auswärtigen Amt.

Bei einem Bombenanschlag auf das deutsche Konsulat in Afghanistan sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Die Taliban begründen den Anschlag damit, dass Deutschland mitschuldig an einem Luftangriff mit vielen Toten sei.

Bei dem Anschlag auf das deutsche Generalkonsulat in der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif sind nach Angaben von Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier sechs Menschen getötet worden. Alle deutschen und afghanischen Mitarbeiter des Vertretung seien unverletzt geblieben, sagte er am Freitag in Berlin. Wer die Bilder von den Zerstörungen durch den Sprengstoffanschlag gesehen habe, den könne es kaum verwundern, dass Menschen getötet und "sehr sehr viele" verletzt worden seien.

Zu dem Attentat haben sich die radikalislamischen Taliban bekannt und es als Vergeltung für einen US-Luftangriff nahe der nordafghanischen Stadt Kundus bezeichnet. Steinmeier sagte, die "schwer bewaffnete Terroristen" hätten erst nach Kämpfen auf dem Gelände sowie im Gebäude des Generalkonsulats zurückgeschlagen werden können. Daran seien das Sicherheitspersonal sowie deutsche, georgische, belgische und lettische Sondereinsatzkräfte der Mission "Resolute Support" beteiligt gewesen. Ihnen gelte Dank, dass sie so schnell zur Hilfe geeilt seien und den Angriff "mit großem Mut, hoher Professionalität und dem Einsatz eigenen Lebens" erfolgreich zurückgeschlagen hätten.

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Im Auswärtigen Amt kam am Morgen erneut der Krisenstab zusammen. Auf die Frage, was der Anschlag für das weitere deutsche Engagement vor Ort bedeute, sagte Steinmeier, diese Frage werde in dem Gremium besprochen werden.

Geberkonferenz für Afghanistan Zusage über Hilfen von 15,2 Milliarden Dollar

Die Teilnehmer der internationalen Geberkonferenz für Afghanistan haben sich darauf geeinigt, dem Land Hilfe in Höhe von 15,2 Milliarden Dollar bereit zustellen.

Der US-amerikanische Außenminister John Kerry kommt bei der Geberkonferenz für Afghanistan an. Quelle: AP

In der Nacht hatten die Taliban eine Stellungnahme veröffentlicht, wonach der Angriff auf das Konsulat „Rache“ für den Luftangriff in Kundus war. Deutschland wurde als „Invasorenland“ bezeichnet. Nach Auskunft der Bundesregierung war die Bundeswehr am fraglichen Luftangriff aber nicht beteiligt. Der Sprecher der US-Streitkräfte in Afghanistan, General Charles Cleveland, hatte der dpa nach dem Angriff per E-Mail bestätigt, dass die USA einen Luftangriff zum Schutz einer unter Beschuss geratenenen afghanisch-amerikanischen Bodenoffensive ausgeführt hatten.

Der Talibansprecher sagte am Morgen: „Wieso sollten wir die Deutschen nicht angreifen? Deutschland war direkt beteiligt an dem Luftschlag, der Zivilisten das Leben gekostet hat. Dieser Luftangriff basierte auf nachrichtendienstlichen Informationen, die deutsche Soldaten den US-Truppen gegeben haben. Jeder weiß, dass sie noch ein Lager in Nordafghanistan haben. Deutsche Soldaten sind noch immer dort.“

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