Bombenanschlag: Kurden-Gruppe aus der Türkei bekennt sich zu Ankara-Anschlag

Bombenanschlag: Kurden-Gruppe aus der Türkei bekennt sich zu Ankara-Anschlag

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Am Mittwoch kam es zu einer schweren Exklusion in Ankara. 28 Menschen starben.

Die türkische Regierung macht die Kurden-Milizen in Syrien für den Anschlag von Ankara verantwortlich. Nun bekennt sich eine militante Kurden-Gruppe aus der Türkei zu der Tat - und widerspricht den Angaben der Regierung in fast allen Punkten.

Die aus der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK hervorgegangene militante Splittergruppe Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) hat sich zu dem Anschlag in Ankara bekannt. „Unser Rachefeldzug gegen den faschistischen türkischen Staat wird weitergehen“, drohte die Gruppe am Freitag auf ihrer Homepage. Zugleich kündigte die TAK Anschläge auch in Touristengebieten an und warnte Urlauber davor, in die Türkei zu reisen. Bei dem Anschlag in Ankara hatte am Mittwoch ein Selbstmordattentäter 28 Menschen mit sich in den Tod gerissen, für die am Freitag in der Hauptstadt eine Trauerfeier stattfand.

Klar widerspricht die TAK den Angaben der türkischen Regierung, die die syrischen Kurdenmilizen der YPG für den Anschlag in Ankara verantwortlich machte. Bei dem Selbstmordattentäter habe es sich um einen im Jahr 1989 geborenen TAK-Kämpfer namens Abdulbaki S. aus der osttürkischen Stadt Van gehandelt.

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Ministerpräsident Ahmet Davutoglu hatte gesagt, ein 1992 geborener YPG-Kämpfer aus Nordsyrien namens Salih N. habe das Attentäter verübt. Er sei von der PKK unterstützt worden. Die YPG und die PKK haben eine Beteiligung an der Tat dementiert. Die YPG nannte die Anschuldigungen einen Vorwand für einen Einmarsch der Türkei in die Kurdengebiete in Nordsyrien.

Anschlag in Ankara Suche nach den Verantwortlichen

Die Türkei kämpft an vielen Fronten - vor allem gegen den IS in Syrien und gegen die Kurden im eigenen Land. Immer wieder wird das Land Ziel von Terroranschlägen. Wer steckt hinter der erneuten Tat?

Ein Krankenwagen trifft in Ankara ein. Quelle: REUTERS

Die TAK teilte mit: „Wir warnen alle Touristen, die möglicherweise planen, die Türkei zu besuchen.“ Der Tourismus gehöre zu den wichtigsten Finanzierungsquellen für den „dreckigen Krieg“ gegen die Kurden. „Deshalb ist er ein bedeutsames Ziel, das wir zerstören wollen.“ Weiter hieß es: „Wir sind nicht verantwortlich für diejenigen, die in den Angriffen auf diese (Touristen-)Gegenden getötet werden.“ Die Türkei werde nicht in der Lage sein, Urlauber zu schützen.

Bei dem Anschlag von Ankara habe es sich um Vergeltung für Zivilisten gehandelt, die bei Militäroffensive gegen die PKK in der südosttürkischen Stadt Cizre „ermordet“ worden seien. Die TAK kündigte weitere Anschläge an. „Wir werden Rache nehmen für all das Leid des kurdischen Volkes.“

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte am Freitag darauf beharrt, dass der Selbstmordattentäter „definitiv“ der YPG angehört habe. Die YPG ist der bewaffnete syrische Ableger der PKK. Die Türkei drängt die USA, die YPG zur Terrororganisation zu erklären. Die YPG ist ein Verbündeter der USA und kämpft in Syrien gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

So viel Geld bekommen Flüchtlinge in den europäischen Ländern

  • Platz 1: Dänemark

    800 Euro zahlt das Land im Monat pro Flüchtling. Die Summe muss allerdings versteuert werden.

    Quelle: EU-Kommission / Frontex, Stand: 18. September 2015

  • Platz 2: Zypern

    Die Spanne, die der Inselstaat für einen Asylbewerber zahlt, liegt zwischen 85 und 452 Euro pro Monat.

  • Platz 3: Norwegen

    400 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 4: Deutschland

    352 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 5: Frankreich

    330,30 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 6: Finnland

    zwischen 85 und 290 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 7: Belgien

    zwischen 176 und 276 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 8: Großbritannien

    232 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 9: Luxemburg

    225 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 10: Polen

    187 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 11: Schweden

    177 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 12: Lettland

    66 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 13: Bulgarien

    33,23 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 14: Niederlande

    20 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 15: Slowenien

    18 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 16: Slowakei

    12 Euro pro Flüchtling / Monat.

  • Platz 17: Italien & Griechenland

    0 Euro pro Flüchtling / Monat.

Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübte danach Anschläge in Städten auch im Westen der Türkei, der sonst von der Gewalt im kurdisch dominierten Südosten weitgehend unberührt bleibt. Ende vergangenen Jahres hatte sich die TAK zu einem Mörserangriff auf den Istanbuler Flughafen Sabiha Gökcen bekannt, bei der mindestens ein Mensch getötet und mehrere Flugzeuge beschädigt wurden. Die TAK bezeichnet sich als unabhängig von der PKK. Westliche Sicherheitsexperten halten das aber für wenig glaubwürdig.

Das türkische Militär intensivierte am Freitag den grenzüberschreitenden Beschuss von Gebieten unter YPG-Kontrolle, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte. Die Armee beschießt YPG-Gebiete seit Tagen mit Artillerie.

Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ berichtete, die Nato-Verbündeten hätten der Regierung in Ankara signalisiert, dass sie im Falle einer von der Türkei provozierten militärischen Auseinandersetzung mit Russland nicht mit dem Beistand der Allianz rechnen kann. Moskau unterstützt das syrische Regime. Im Falle einer Bodenoperation der Türkei in Syrien würde ein offener Konflikt mit Russland drohen.

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Nach dem Anschlag von Ankara erhöhte sich die Zahl der Festnahmen in der Türkei auf mindestens 17. Zu den Festnahmen sei es bei Operationen der Polizei in mindestens sieben Provinzen gekommen, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu am Freitag unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft. Am Donnerstag hatte Davutoglu gesagt, der Anschlag vom Tag zuvor sei „vollständig aufgeklärt“.

Bei Gefechten mit PKK-Kämpfern im Viertel Sur in der südosttürkischen Kurden-Metropole Diyarbakir wurden mindestens zwei Soldaten und zwei Polizisten getötet, wie die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete. Die Armee teilte mit, beim Einsturz eines Gebäudes während einer Operation in Sur seien drei weitere Soldaten ums Leben gekommen. In Sur haben sich Anhänger der PKK verschanzt, die sich seit Dezember schwere Gefechte mit den Sicherheitskräften liefern.

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