Boom & Bust: Mit Yuan-Aufwertung beginnt China eine neue Ära

kolumneBoom & Bust: Mit Yuan-Aufwertung beginnt China eine neue Ära

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WirtschaftsWoche-Redakteur Malte Fischer

Kolumne von Malte Fischer

Die Entscheidung der chinesischen Regierung, die Dollar-Bindung zu lösen und den Yuan aufzuwerten, bringt dem Land viele Vorteile – und hat weitreichende Folgen für die Weltwirtschaft.

Häufig haben die kleinen Ankündigungen die größte Wirkung. Das war auch am vergangenen Wochenende so, als die chinesische Zentralbank im Internet eine kleine Notiz veröffentlichte, in der sie eine größere Flexibilität des Wechselkurses der chinesischen Währung ankündigte. An den Finanzmärkten schlug die Nachricht wie eine Bombe ein. Seit Monaten schon hatten Anleger darauf spekuliert, China werde seine Währung Yuan wegen des immer größer werdenden Drucks aus den USA noch in diesem Jahr aufwerten.

Doch nachdem der schwache Euro die preisliche Wettbewerbsfähigkeit chinesischer Anbieter im Euro-Raum verschlechtert hatte, waren die Stimmen, die auf eine rasche Aufwertung des Yuan gegenüber dem Dollar setzten, leiser geworden.

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Nicht zu stoppen

Währung China

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Daher war die Überraschung am Wochenende groß. Zwar dämpfte die Zentralbank die Spekulation auf eine schnelle Aufwertung des Yuan, indem sie betonte, keine „exzessiven“ Kursänderungen zu tolerieren. Doch der Zug, den sie auf die Schiene gesetzt hat, ist nicht mehr zu stoppen. Ökonomen rechnen damit, dass die Pekinger Währungshüter zu dem System des „Crawling peg“ zurückkehren werden, das sie bereits von 2005 bis 2008 betrieben hatten.

Im Juli 2005 hatte die Zentralbank die feste Wechselkursbindung an den Dollar aufgegeben und den Yuan-Kurs an einen Währungskorb gebunden, in dem der Dollar allerdings ein hohes Gewicht hatte. Die zulässige Schwankungsbreite gegenüber dem Korb betrug zunächst 0,3, ab Mai 2007 dann 0,5 Prozent.

Den zentralen Referenzkurs legte die Zentralbank jeden Tag neu fest. Dabei orientierte sie sich an dem Endstand des Vortages. So wertete der Yuan schrittweise und kontrolliert auf. Angesichts der sich zuspitzenden Finanzkrise beendete die Zentralbank im Juli 2008 das System und kehrte zur festen Dollar-Bindung bei einem Wechselkurs von 6,83 Yuan je Dollar zurück. In der Phase des Crawling peg hatte der Yuan um rund 21 Prozent gegenüber dem Dollar aufgewertet (siehe Grafik).

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