Branche zittert: China droht mit Strafzöllen auf europäische Autos

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Branche zittert: China droht mit Strafzöllen auf europäische Autos

Als hätte die europäische Autoindustrie nicht schon genug Probleme - nun will China Vergeltung für die Strafzölle auf Solarmodule und nimmt den Automarkt ins Visier.

Der Handelsstreit der EU mit China könnte Europas Autobauern auf dem weltgrößten Absatzmarkt schaden. Außer Strafzöllen auf europäischen Wein erwäge die Regierung in Peking auch zusätzliche Zölle auf den Import von Autos aus Europa, befürchtet der Verband der europäischen Fahrzeughersteller ACEA.

Damit sei zu rechnen, falls die EU-Kommission nicht von ihrer gegenwärtigen Handelspolitik gegenüber China abweiche und die Strafzölle auf chinesische Solarmodule zurücknehme. Wenn es keine Verbesserung des politischen Klimas gebe, dann werde China voraussichtlich "Vergeltung" bei Fahrzeug-Einfuhren üben, sagte ein ACEA-Sprecher am Freitag in Brüssel.

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Nach Angaben des Verbands ging beim Handelsministerium in Peking eine Beschwerde über unzulässige Beihilfen ein, mit deren Hilfe europäische Autobauer ihre Fahrzeuge in China unter Wert verkauften. Die Regierung habe daher ein Prüfverfahren für Strafzölle auf europäische Oberklasse-Wagen angekündigt. Erste Strafzölle könnten ab September erhoben werden, im Visier stünden Autos mit einem Hubraum von mehr als zwei Litern.

Strafzoll auf europäischen Wein China plant Retourkutsche wegen Solarzöllen

Nach der Verhängung von Strafzöllen auf billige Solarmodule aus China holt das Land zum Gegenschlag aus und prüft Strafzölle auf europäische Weine. Wirtschaftsminister Rösler bezeichnet die EU-Entscheidung als "Fehler".

Ein Mann prüft bei einer Weinmesse in Shanghai ein Glas Rotwein. Als Reaktion auf die Solarzölle denkt China nun über Strafzölle für europäische Weine nach. Quelle: REUTERS

Dieses vor allem von deutschen Herstellern wie Audi, VW, BMW, Daimler und Porsche dominierte Marktsegment machte zuletzt laut des deutschen Herstellerverbands VDA acht Prozent des chinesischen Automarkts aus. Die Mehrheit der Autokäufer erwirbt hingegen kleinere Pkw mit einem Motorhubraum zwischen 1,1 bis 1,6 Liter.

Insgesamt wurden in China im vergangenen Jahr 13,2 Millionen Pkw verkauft - zwanzig mal mehr als im Jahr 2000. Zum Vergleich: In Europa fielen die Verkaufszahlen 2012 mit gut zwölf Millionen Neuwagen auf den tiefsten Stand seit 1995. Der Autoexport aus Europa nach China brummt: 2011 gingen laut ACEA knapp 545.000 Pkw im Wert von mehr als 17 Milliarden Euro nach China, knapp ein Fünftel der europäischen Autoausfuhren in alle Welt.

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