Britische Brexit-Partei: Ukip verliert den einzigen Abgeordneten

Britische Brexit-Partei: Ukip verliert den einzigen Abgeordneten

, aktualisiert 26. März 2017, 13:47 Uhr
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Der Abgang des britischen Abgeordneten Douglas Carswell sorgt bei der europakritischen Ukip für Ärger.

von Katharina SlodczykQuelle:Handelsblatt Online

Douglas Carswell sollte die europakritische Brexit-Partei Ukip im Unterhaus vertreten. Nun verlässt er die Partei. Ukip-Mitgründer Nigel Farage kritisiert den Abgang mit scharfen Worten.

LondonDer Abschied hat sich bereits seit einiger Zeit angekündigt: Douglas Carswell, einziger Abgeordnete der europakritischen Ukip im britischen Unterhaus, hat mit seiner Partei gehadert und diese mit ihm. Ukip-Mitgründer Nigel Farage beschuldigte ihn, die Partei zu sehr in Richtung Mainstream zu drücken und ihm die Ritterwürde zu verweigern. Carswell wiederum nannte die Partei angesichts interner Querelen einen „hoffnungslosen Fall“.

Jetzt hat der 45-Jährige die Konsequenzen gezogen ist und ist aus der Partei ausgetreten. Seine Kritiker wie Farage lassen das nicht unkommentiert und deuteten an, Carswell sei einfach nur seinem Rausschmiss zuvorgekommen.

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Carswell will als unabhängiger Abgeordneter im Parlament bleiben. Er war 2014 von der konservativen Tory-Partei zur Ukip gekommen – offenbar vor allem mit einem Ziel: um dazu beizutragen, dass Großbritannien aus der EU austritt. Medienberichten zufolge sagte er im Freundeskreis: Großbritanniens Premierministerin Theresa May „mache diesen Job ganz hervorragend“. 

May will am Mittwoch das offizielle Scheidungsgesuch nach Brüssel schicken, zwei Jahre später wird das Land der EU voraussichtlich den Rücken kehren. Und Carswell könnte zu seiner seiner alten Partei, den Tories, zurückkehren und bei den Parlamentswahlen im Jahr 2020 als Tory-Abgeordneter antreten – eine Option, die er bisher nicht ausgeschlossen hat.

Bei seinem Abschied von Ukip räumte er offen ein: „Wie so viele von Euch bin ich zur Ukip gewechselt, weil ich dringend wollte, dass wir die EU verlassen.“ Nun könne man sicher sein, dass das passiere und daher habe er sich entschieden, die Partei wieder zu verlassen.

Der Schritt verlängert die Liste der Probleme, mit denen die Partei seit dem Brexit-Referendum kämpft. Ukip hat seit Mitte vergangenen Jahres Unterstützer und auch Geldgeber verloren. Farage hat seinen Parteivorsitz aufgegeben. Es ist jetzt an Paul Nuttall, die Differenzen innerhalb der Partei zu beseitigen und die Zukunft zu sichern. Im Oberhaus hat Ukip noch drei Mitglieder.

Quelle:  Handelsblatt Online
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