Bürgerkrieg im Jemen: Scud-Rakete soll erstmals Saudi-Arabien erreicht haben

Bürgerkrieg im Jemen: Scud-Rakete soll erstmals Saudi-Arabien erreicht haben

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Im Jemen kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi.

Ungeachtet internationaler Friedensbemühungen eskaliert die Lage im Jemen weiter. Laut Medienberichten von beiden Seiten haben Huthis nun eine Kurzstreckenrakete auf Saudi-Arabien gefeuert.

Erstmals seit Beginn der Luftschläge auf den Jemen haben schiitische Huthi-Rebellen nach Angaben aus Riad und Sanaa eine Kurzstreckenrakete über die Grenze nach Saudi-Arabien gefeuert. Wie die offizielle Nachrichtenagentur SPA am Samstag berichtete, wurde das Geschoss vom Typ „Scud“ vor dem Aufprall von der saudischen Luftabwehr abgeschossen. Die jemenitische Agentur Saba, derzeit von den Rebellen kontrolliert, meldete, dass die Huthis die Rakete auf einen Luftwaffenstützpunkt des benachbarten Königreichs nahe der Stadt Chamis Muschait gefeuert hätten.

Die südliche Ortschaft liegt mehr als 200 Kilometer vom jemenitischen Ort Saada entfernt. Dort soll die Rakete mit einer Reichweite von bis zu 300 Kilometern nach saudischen Angaben gestartet sein. Der Jemen hatte in der Vergangenheit Raketen aus Nordkorea bezogen, das auf der Scud-Technologie basierende Raketen herstellt.

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Die Akteure des Konflikts im Jemen

  • Die Huthis

    Die Huthis sind ein schiitischer Volksstamm aus dem Nordjemen. Im vergangenen September eroberten rund 30.000 Anhänger die Hauptstadt Sanaa, Anfang des Jahres setzten sie dort Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi und die Regierung in deren Häusern fest. Binnen weniger Wochen brachten sie die Westküste und den Süden des Landes unter Kontrolle.

  • Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi

    Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gelang im Februar die Flucht aus Sanaa in die südjemenitische Stadt Aden, von wo aus er weiterzuregieren versuchte. Als die Huthis vorrückten, musste der von den USA und Saudi-Arabien unterstützte Staatschef auch seine dortige Residenz verlassen. Sein neuer Aufenthaltsort war zunächst unklar.

  • Saudi-Arabien

    Saudi-Arabien hat als reichster Golfstaat ein großes Interesse daran, den bettelarmen Jemen unter sunnitischer Kontrolle zu halten. Seit Donnerstag fliegt die Monarchie Luftangriffe gegen Huthi-Stellungen.

  • Der Iran

    Der Iran versucht hingegen als Rivale Saudi-Arabiens, via Sanaa einen Fuß auf die Arabische Halbinsel zu bekommen. Das schiitische Land gilt als Verbündeter der Huthi-Rebellen und forderte einen Stopp der militärischen Angriffe Saudi-Arabiens.

  • Ex-Präsident Ali Abdullah Salih

    Ex-Präsident Ali Abdullah Salih schlug einst Aufstände der Huthis nieder, heute gilt er als heimlicher Verbündeter der Rebellen. Die UN werfen ihm vor, das Chaos im Jemen geschürt zu haben und einen Weg zurück an die Macht zu suchen. Der Langzeitherrscher war nach Protesten gegen ihn Anfang 2012 zum Rücktritt gezwungen worden.

  • Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel

    Al-Kaida auf der arabischen Halbinsel (AQAP) ist der mächtigste Ableger des weltweit agierenden Terrornetzwerkes. Die sunnitischen Extremisten gelten als heimliche Gewinner im Machtpoker um den Jemen. Mit ihren Anschlägen gegen die schiitischen Huthis punkten sie vor allem bei ärmeren sunnitischen Stämmen.

In dem ärmsten Land Arabiens kämpfen schiitische Huthi-Rebellen gegen Anhänger des sunnitischen Präsidenten Abed Rabbo Mansur Hadi. Der Staatschef ist nach Saudi-Arabien geflohen. Die Huthis werden nach Darstellung von Hadi vom Iran unterstützt. Seit dem 26. März bombardiert ein von Riad geführtes Bündnis Stellungen der Rebellen.

Laut Nachrichtenagentur Saba haben Huthi-Aufständische und mit ihnen verbündete Milizen in der Nacht zum Samstag auch auf dem Boden saudische Grenzsoldaten angegriffen. Dabei hätten sie eine „große Zahl“ von ihnen getötet, hieß es. Die saudischen Behörden meldeten am späten Freitagabend, dass an der Grenze ein Huthi-Angriff zurückgeschlagen worden sei und dabei vier saudische Soldaten getötet worden seien.

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Die Vereinten Nationen versuchen seit Monaten, in dem Konflikt zu vermitteln. Laut arabischen Medienberichten ist sowohl Hadi als auch die Huthi-Führung bereit, Delegationen zu Friedensgesprächen nach Genf zu schicken. Eine erste Runde war im Mai abgesagt worden. Bei dem Konflikt sind nach UN-Schätzungen seit Mitte März rund 2300 Menschen getötet worden. Mehr als eine Million Jemeniten seien auf der Flucht.

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