Bürgerkrieg in Syrien: Briten und Franzosen erwägen Militäreinsatz

Bürgerkrieg in Syrien: Briten und Franzosen erwägen Militäreinsatz

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Dieser britische Tornado landet auf einem Stützpunkt auf Zypern. Von dort ist es nicht weit mehr bis nach nach Syrien.

In London und Paris wächst die Bereitschaft einer Beteiligung am US-Militäreinsatz Syrien. Bisher hatten beide Regierungen das noch abgelehnt. Auslöser ist die große Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen.

Nach der Eskalation der Flüchtlingskrise erwägen Länder wie Großbritannien und Frankreich eine Beteiligung am US-Militäreinsatz in Syrien. Der britische Finanzminister George Osborne sagte, das Problem müsse an seiner Wurzel angegangen werden. Das seien die Führung um Syriens Präsident Baschar al-Assad sowie die Extremistenmiliz Islamischer Staat. Viele der Flüchtlinge in Europa kommen aus Syrien. Dort tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg, der sich durch eine Offensive des IS verschärft hat. Frankreichs Präsident Francois Hollande will sich am Montag zu Berichten äußern, wonach seine Regierung einen Einstieg in den Syrien-Einsatz erwägt.

Der britische Premierminister David Cameron will der "Sunday Times" zufolge Anfang Oktober das Parlament bitten, Luftangriffe auf den IS zu billigen. Dies wäre der zweite Anlauf, denn noch vor zwei Jahren hatten die Abgeordneten einen Syrien-Einsatz abgelehnt.

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Chronik der IS-Krise

  • 6. Januar 2014

    IS-Rebellen besetzen Falludscha in der irakischen Provinz Anbar. Hunderttausende fliehen.

  • 10. Juni 2014

    IS-Kämpfer nehmen die Millionenstadt Mossul ein und überrennen anschließend weitere Teile des Iraks.

  • 13. Juni 2014

    US-Präsident Barack Obama deutet erstmals ein Eingreifen an, allerdings nicht mit Bodentruppen.

  • 30. Juni 1914

    IS ruft ein grenzübergreifendes Kalifat aus.

  • 3. August 2014

    Der IS-Vormarsch nahe Mossul treibt Hunderttausende in die Flucht, vor allem Jesiden.

  • 8. August 2014

    Die USA fliegen erste Angriffe und werfen Nahrung für die Flüchtlinge ab.

  • 15. August 2014

    Deutschland bringt erstmals Hilfsgüter ins Krisengebiet.

  • 20. August 2014

    Die Enthauptung eines US-Journalisten schockt die Welt.

  • 5. September 2014

    Zehn Länder schließen Anti-IS-Koalition.

  • 25. September 2014

    Deutschland liefert erste Waffen an kurdische Kämpfer.

  • 3. Dezember 2014

    Ministertreffen der rund 60 Länder der Anti-IS-Koalition in Brüssel.

Die USA führen eine Allianz an, die die Islamisten sowohl im Irak als auch in Syrien aus der Luft angreift. Als erstes Land hatte sich Frankreich dem Einsatz im Irak angeschlossen, auch Australien ist dabei. Eine Ausdehnung auf Syrien hatten beide Staaten abgelehnt.

Der australische Ministerpräsident Tony Abbott sagte aber am Sonntag, die Krise erfordere nicht nur mehr Engagement für Flüchtlinge, sondern auch eine sicherheitspolitisches Signal in der Region. Die Regierung will binnen einer Woche darüber entscheiden, ob sie sich dem Kampf in Syrien anschließt. Auch in Frankreich deutet sich ein Politikwechsel an. Präsident Hollande habe darüber mit seinem Verteidigungsstab beraten, berichtete "Le Monde". Hintergrund seien die syrischen Flüchtlinge, ausbleibende Erfolge im Kampf gegen den IS und die zunehmende Präsenz Russlands in der Region.

Weitere Artikel

US-Außenminister John Kerry äußerte sich in einem Telefonat mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow besorgt über Berichte, wonach sich Russland in Syrien militärisch stärker engagiere. Der "New York Times" zufolge hat Russland ein Vorauskommando entsandt. Zudem seien Wohneinheiten und eine Kontrollstation zu einem syrischen Flugplatz gebracht worden. Dies lege nahe, dass Russland bis zu 1000 Berater oder anderes Militärpersonal abordnen könne. Womöglich werde der Flugplatz für Luftangriffe zur Unterstützung Assads vorbereitet.

Der Präsident versucht seit 2011, einen Aufstand gegen seine Herrschaft niederzuschlagen. Russland ist einer seiner wichtigsten internationalen Unterstützer. Unterdessen halten die Kämpfe unvermindert an. Die Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bei Zusammenstößen zwischen dem IS und rivalisierenden Rebellen nahe der türkischen Grenze seien Dutzende Menschen getötet worden.

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