Bürgerkrieg in Syrien: Russland will Uno-Plan eine Chance geben

Bürgerkrieg in Syrien: Russland will Uno-Plan eine Chance geben

, aktualisiert 13. Oktober 2016, 16:40 Uhr
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Die Uno erhofft sich eine Feuerpause in der umkämpften Region.

Quelle:Handelsblatt Online

Neue Syrien-Gespräche sollen dem Bürgerkriegsland wenigstens etwas Entspannung bringen. Die Uno hofft auf eine kurze Feuerpause im umkämpften Aleppo. Direkt miteinander sprechen wollen die USA und Russland aber nicht.

Genf/MoskauKurz vor den neuen Syrien-Gesprächen an diesem Samstag in Lausanne unterstützt Russland einen Uno-Plan zur Entschärfung der Situation in Aleppo. Der Vorschlag des Uno-Sondergesandten Staffan de Mistura, Anhängern der radikalen Al-Nusra-Front den Abzug aus der umkämpften Stadt zu ermöglichen, verdiene eine neue Chance, sagte Russlands Außenminister Sergej Lawrow in einem Interview des US-TV-Senders CNN.

„Al-Nusra versucht, Zivilisten als menschliche Schutzschilde zu benutzen (...). Al-Nusra kann nicht toleriert werden“, betonte der Minister. Sollte die Rebellengruppe die Stadt verlassen, hofft die Uno auf ein Nachlassen der Kämpfe und eine deutliche Verbesserung der humanitären Situation.

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Die Uno geben auch die Hoffnung auf eine zumindest kurze Feuerpause in Aleppo nicht auf, um die Schwerstverletzten aus der umkämpften Stadt bringen zu können. „Wir arbeiten an einem entsprechenden Plan und wollen das in allernächster Zeit möglich machen“, sagte der stellvertretende Uno-Sonderbeauftragte für Syrien, Ramzy Ezzeldin Ramzy, am Donnerstag in Genf. Nach den Bombardements seien die Krankenhäuser der Stadt kaum mehr in der Lage, Notfälle zu behandeln. Mehrere Hundert Menschen, darunter viele Kinder, seien in sehr kritischem Zustand, meinte Ramzy.

Mit Blick auf die geplanten Gespräche Russlands, der USA und weiterer Staaten über den Syrienkrieg wollte der Uno-Diplomat keine konkreten Erwartungen formulieren. Der Uno-Sondergesandte de Mistura werden aber an den Beratungen teilnehmen, sagte Ramzy.

Bei jüngsten Gefechten in Aleppo sind Menschenrechtlern zufolge mindestens vier Kinder getötet worden. Rebellen hatten demnach den vom syrischen Regime kontrollierten Westteil der Stadt unter Feuer genommen. Dabei sei eine Granate in der Nähe einer Schule eingeschlagen, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag. Mindestens zehn Menschen seien verletzt worden.

Unterdessen gingen den Angaben zufolge auch die Angriffe der syrischen Luftwaffe auf die Rebellen weiter, mit russischer Unterstützung. Der Beobachtungsstelle zufolge kamen dabei sieben Menschen ums Leben. Seit dem Zusammenbruch der kurzen Waffenruhe im September seien bereits 630 Menschen getötet worden, darunter auch 123 Kinder.

Als mögliche Teilnehmer der geplanten Verhandlungen in der Schweiz sind neben den USA und Russland auch die Türkei, Saudi-Arabien, Katar und der Iran im Gespräch. „Wir wollen ein Treffen mit Ländern, die direkten Einfluss haben auf das Geschehen - entweder, weil sie vor Ort sind, oder durch Finanzierung oder Waffenlieferungen“, unterstrich Lawrow.

Der Sprecher des US-Außenministeriums John Kirby, machte ausdrücklich klar, dass keine bilateralen Gespräche zwischen Washington und Moskau geplant seien. Die USA hatten den Dialog mit Moskau über eine Waffenruhe in der Vorwoche beendet. Beide Seiten machten sich daraufhin gegenseitig für das Scheitern verantwortlich.

Russland unterstützt das syrische Regime seit einem Jahr militärisch. Der Westen wirft Moskau vor, dabei Zivilisten und unter anderem einen Uno-Konvoi getroffen zu haben. Russland weist dies zurück und fordert Beweise für Vorwürfe von Kriegsverbrechen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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