Bürgerkrieg: Syrische Regierung zeigt sich für Gespräche mit Opposition offen

Bürgerkrieg: Syrische Regierung zeigt sich für Gespräche mit Opposition offen

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Streitkräfte der syrischen Armee.

Die syrische Regierung ist angeblich bereit, mit der syrischen Opposition über Friedensverhandlungen in Moskau zu sprechen. Die Opposition weist das allerdings zurück.

Die syrische Regierung hat Bereitschaft signalisiert, mit der Opposition über eine Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen zu sprechen. Die Syrer sehnten sich nach einer Lösung der Krise, verlautete nach einem Bericht des Staatsfernsehens am Samstag aus dem Außenministerium in Damaskus. Deswegen sei die Regierung bereit, an Sondierungen in Moskau teilzunehmen. Die vom Westen gestützte Opposition wies dies allerdings zurück. Gerüchte, nach denen es eine konkrete russische Initiative gebe, seien falsch, sagte der Chef der Nationalen Koalition, Hadi al-Bahra, einem Bericht der ägyptischen Nachrichtenagentur Mena zufolge.

Die einflussreichsten Rebellengruppen in Syrien

  • Islamische Front

    Sie ist ein Zusammenschluss aus sechs großen islamistischen Gruppen. Die Islamische Front ist vermutlich die größte Rebellenallianz in Syrien und verfügt über 40.000 bis 50.000 Kämpfer. Ihre Mitglieder sind sunnitische Extremisten, die einen islamischen Staat in Syrien errichten wollen. Die Haltung der Islamischen Front gegenüber den Extremisten von IS ist ambivalent. Teile der Gruppe unterstützen aber den Kampf gegen sie.

  • Nusra-Front

    In der einflussreichen Rebellengruppe sind sowohl syrische als auch ausländische Extremisten aktiv. Sie ist von Al-Kaida offiziell als Ableger in Syrien anerkannt. Die Nusra-Front hat als erste Gruppierung in Syrien Selbstmord- und Autobombenanschläge in Stadtgebieten verübt. Sie kämpft für einen islamischen Staat, hat zwischen 7000 und 8000 Anhänger und arbeitete bislang eng mit der Islamischen Front zusammen.

  • Islamischer Staat

    Die Gruppe wurde von abtrünnigen Mitgliedern der Nusra-Front gebildet und vereinigte sich mit dem Al-Kaida-Ableger im Irak. Früher nannte sie sich Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil). Angeführt wird IS von Abu Bakr al-Baghdadi, der die Forderung der Al-Kaida ignorierte, den Schwerpunkt der Aktivitäten auf den Irak zu legen. Anfang des Jahres kappte Al-Kaida die Verbindungen zur IS, die als die militanteste Extremistengruppen in Syrien gilt.

    Zunächst hatte die Gruppierung unter anderem wegen ihrer strikten Haltung gegen Plünderungen einen Großteil der syrischen Bevölkerung auf ihrer Seite. Dies änderte sich, als sie begann, Kritiker zu entführen und zu töten.

    Derzeit kämpft IS an mehreren Fronten - gegen rivalisierende Rebellen in Syrien und gegen die Kurden im Nordirak. Die Gruppe soll über 6000 bis 7000 Kämpfer verfügen. Im Irak wird sie durch Zehntausende Kämpfer sunnitischer Stämme unterstützt, die von der Zentralregierung in Bagdad enttäuscht sind.

  • Syrische revolutionäre Front

    Die Allianz aus weitgehend nicht ideologisch geprägten Rebellen-Einheiten formierte sich im Dezember. Das Rückgrat der Gruppe bildet die Syrische Märtyrer-Brigade, eine einst einflussreiche Gruppe aus der nördlichen Provinz Idlib unter Führung von Dschamal Maruf. Ihm war von rivalisierenden Rebellengruppen vorgeworfen worden, für den Aufstand bestimmtes Geld in die eigene Tasche gesteckt zu haben. Die Anhänger der revolutionären Front sind weitgehend moderate Islamisten. Finanziell unterstützt wird die Gruppe vermutlich von Golfstaaten wie Saudi-Arabien.


  • Mudschaheddin-Armee

    Sie bildete sich zu Jahresbeginn aus acht syrischen Gruppen und startete eine Offensive gegen die Extremisten von IS. Die Allianz ist moderat islamistisch und hat nach eigenen Angaben rund 5000 Mitglieder.


  • Höchstes Militärkommando

    Es handelt sich um eine moderate, nicht ideologische Gruppe. Sie wird von westlichen Ländern wie den USA unterstützt. Auch die Türkei und die arabischen Golfstaaten stehen auf ihrer Seite. Sie hat niemals den Eindruck ausräumen können, dass ihre Führung aus dem Ausland kommt.

Die russische Regierung, die mit dem syrischen Staatschef Baschar al-Assad verbündet ist, fordert schon länger, die im Februar gescheiterten Genfer Friedensverhandlungen wiederzubeleben. Außenminister Sergej Lawrow forderte in diesem Monat, die Opposition solle sich auf eine Linie einigen. Dabei sagte er aber nicht, welche Gruppen an den Gesprächen teilnehmen sollten. Einige werden von der Regierung in Damaskus toleriert, von der Opposition im Ausland jedoch abgelehnt.

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Hinzukommt, dass die Extremistenorganisation Islamischer Staat (IS) inzwischen der mächtigste Gegner Assads ist und im Norden und Osten Syriens weite Landesteile unter ihre Kontrolle gebracht hat. Die radikalen Islamisten wollen die Regierung in Damaskus wie auch im Irak stürzen und ein grenzüberschreitendes Kalifat errichten.

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