Bulgarien: Nationalisten blockieren Grenzübergänge zur Türkei

Bulgarien: Nationalisten blockieren Grenzübergänge zur Türkei

, aktualisiert 21. März 2017, 13:20 Uhr
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Etwa zehn Prozent der Bevölkerung Bulgariens sind Türken. Sie besiedeln seit der Zeit des Osmanischen Reiches den Nord- und Südosten des Landes. Im Bild: Unterstützer der ultranationalistischen Partei Ataka bei einer Demonstration von 2006.

Quelle:Handelsblatt Online

„Es lebe Bulgarien!“, rufen Nationalisten an einem Grenzüberganz zwischen Bulgarien und der Türkei. Sie wollen verhindern, dass Wähler aus dem Nachbarland zur bulgarischen Parlamentswahl einreisen können.

SofiaBulgarische Nationalisten haben die Grenzübergänge zur Türkei blockiert, um Wähler aus dem Nachbarland an der Einreise zu hindern. Die Sperrungen, die sich gegen Türken mit doppelter Staatsbürgerschaft richten, sollen von Dienstag bis zur bulgarischen Parlamentswahl am 26. März aufrechterhalten werden, wie verschiedene Medien berichteten.

Wann sind türkische Politiker in Deutschland aufgetreten?

  • 10. Februar 2008

    Ministerpräsident Erdogan warnt die Türken in Deutschland vor zu viel Anpassung. „Assimilierung ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit“, sagt er vor etwa 16 000 Anhängern in Köln.

  • 27. Februar 2011

    Bei seinem Auftritt vor rund 10 000 Menschen in Düsseldorf fordert Erdogan seine Landsleute zwar auf, sich zu integrieren, lehnt aber erneut eine völlige Anpassung ab: „Unsere Kinder müssen Deutsch lernen, aber sie müssen erst Türkisch lernen.“

  • 4. Februar 2014

    Erdogan wirbt auf einer Veranstaltung unter dem Motto „Berlin trifft den großen Meister“ vor etwa 4000 Zuhörern um Stimmen für die bevorstehende Direktwahl des türkischen Präsidenten.

  • 24. Mai 2014

    Nach dem Grubenunglück im türkischen Soma kritisiert Erdogan vor etwa 15 000 Anhängern in Köln die Berichterstattung in Deutschland. Erneut wirbt er für die Präsidentenwahl. Zur selben Stunde ziehen 45 000 Gegendemonstranten durch die Innenstadt.

  • 12. Januar 2015

    Ministerpräsident Ahmet Davutoglu ruft in Berlin vor etwa 3000 Anhängern der AKP-Partei zu mehr Entschlossenheit im Kampf gegen Rassismus auf.

  • 10. Mai 2015

    Im Vorfeld der Parlamentswahl in der Türkei fordert Staatschef Erdogan vor etwa 14 000 Anhängern in Karlsruhe, dass sich Menschen mit türkischem Migrationshintergrund integrieren, dabei aber Werte, Religion und Sprache ihrer Heimat bewahren.

  • 31. Juli 2016

    Gut zwei Wochen nach dem gescheiterten Putsch in der Türkei spricht Sportminister Akif Cagatay Kilic in Köln auf einer Pro-Erdogan-Demonstration vor bis zu 40 000 Menschen. Eine Live-Zuschaltung des Präsidenten auf Großleinwand wurde angesichts der aufgeheizten Stimmung zuvor verboten.

  • 18. Februar 2017

    Ministerpräsident Binali Yildirim wirbt vor rund 10 000 Menschen in Oberhausen für die Einführung des Präsidialsystems in der Türkei. Am Referendum im April können sich auch rund 1,4 Millionen wahlberechtigte Türken in Deutschland beteiligen.

  • 2. März 2017

    Aus Sicherheitsgründen verweigert die Stadt Gaggenau dem türkischen Justizminister Bekir Bozdag einen Wahlkampfauftritt. Die Stadt Köln lehnt eine Anfrage für einen Auftritt von Wirtschaftsminister Nihat Zeybekci ab. Tags darauf platzt auch ein Auftritt Zeybekcis in Frechen bei Köln.

Die Nationalisten erwarten nach eigenen Angaben 1000 Busse mit Wählern aus der Türkei. „Es lebe Bulgarien!“, riefen Aktivisten am größten Grenzübergang Kapitan Andreewo einem Bericht des Fernsehsenders bTV zufolge. An einem der drei Übergänge werden Autos durchgelassen, wie das Staatsradio berichtete.

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Etwa zehn Prozent der Bevölkerung des EU-Lands sind Türken. Sie besiedeln seit der Zeit des Osmanischen Reiches den Nord- und Südosten des Landes. Während der kommunistischen Zeit wanderten 300.000 Türken, teils unter Zwang, in ihr Heimatland aus.

Veranstalter verspricht „Keine Auftritte türkischer Minister mehr in Deutschland“

Der ausrichtende Verein aller bisherigen Auftritte türkischer Minister in Deutschland plant keine Veranstaltungen mehr bis zum Referendum. Präsident Tayyip Erdogan geht damit eine wichtige Plattform verloren.

Anhänger der türkischen Regierungspartei AKP schwenken am 25.02.2017 in Ankara (Türkei) beim offiziellen Start des AKP-Wahlkampfs vor dem Referendum über ein Präsidialsystem am 16.04. türkische Flaggen. Foto: Uncredited/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Quelle: dpa

Die Nationalisten handeln vor dem Hintergrund wachsender Spannungen zwischen Bulgarien und der Türkei. Sofia wirft Ankara vor, sich in den bulgarischen Wahlkampf einzumischen.

Bei der Parlamentswahl hat das EU-feindliche Parteienbündnis Vereinigte Patrioten Umfragen zufolge gute Chancen, drittstärkste politische Kraft zu werden. Zwischen der bürgerlichen Regierungspartei GERB und den Sozialisten zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den ersten Platz ab.

Quelle:  Handelsblatt Online
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