Buschfunk: Duschen und Deo beim Volksstamm der Germanen

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kolumneBuschfunk: Duschen und Deo beim Volksstamm der Germanen

Kolumne von Alexander Busch

Beim gemeinsamen Fußballschauen geht es nicht immer um das Können oder Unvermögen der Spieler auf dem Platz, sondern manchmal auch um den Schweißgeruch der Fans.

„Sag mal, wird in Deutschland kein Deo benutzt?“ Das fragte mich ein brasilianischer Freund nach dem Deutschland-Portugal-Spiel. Er klang fast wie ein Anthropologe, der sich für die Eigenarten und Riten ferner Stämme interessiert. Denn in Brasilien berührt diese Frage eine Art nationales Tabu: Egal ob reich oder arm, jung oder alt, schön oder hässlich – für Brasilianer ist Schweißgeruch ein undenkbarer Fauxpas: Niemand riecht nach Schweiß.

Kein Wunder, dass mir ein Beiersdorf-Manager von dem gewaltigen Wachstumsmarkt Brasilien vorschwärmte. Wo die Einwohner weltweit am meisten für Körperpflege ausgeben. An der Spitze dabei: Deodorants. Die Beiersdorf-Marke Nivea hat davon einen wachsenden Marktanteil.

Schwächelndes Schwellenland Brasilien wird von der WM kaum profitieren

Brasiliens Wirtschaft wächst nur noch langsam, die Stimmung der Konsumenten und Unternehmen ist schlecht. Daran dürfte auch die Fußball-Weltmeisterschaft nichts ändern.

Quelle: dpa

Bei den Germanen scheint dieses Körperpflegeritual nicht so verbreitet zu sein, muss mein Freund geschlossen haben: Denn über der deutschen Fankurve im Stadion Salvadors lag ein deutlicher Körpergeruch. Der von Tor zu Tor strenger wurde. Das mag daran gelegen haben, dass die Fans schon auf dem Weg ins Stadion ins Schwitzen gekommen waren, obwohl für die brasilianischen Verhältnisse derzeit ein eher kühler Winter herrscht.

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Der deutsche Badezimmerausstatter Hansgrohe aus dem Schwarzwald stellte bei einer weltweiten Umfrage fest, dass die Brasilianer mit täglich 100 Minuten die meiste Zeit im Bad verbringen. Das liegt unter anderem auch daran, dass sich die Brasilianer mehrmals am Tag duschen wegen des Tropenklimas. Kein Wunder, dass es in brasilianischen Bussen, Kongressen oder eben in den Stadien fast nie nach Schweiß riecht.

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Auch weil jeder versucht, mit frisch gewaschenen Kleidern aus dem Haus zu gehen. Als Unilever seinen Marktanteil für das Waschpulver Omo in Brasilien ausweiten wollte, erfuhren die Marktforscher, dass für die einkommensschwachen Brasilianer das stärkste Verkaufsargument eines Waschmittels der gute Geruch der Kleider danach ist. Spannend, welch intime Einsichten über Völkerrituale eine Fußball-WM bieten kann.

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