Buschfunk: WM-Tourist, verweile doch!

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kolumneBuschfunk: WM-Tourist, verweile doch!

Kolumne von Alexander Busch

Brasilien hat die Fußball-WM überraschend gut hinbekommen - und dabei gelernt: Das Land ist nicht allein auf der Welt.

Ein Land, das seit drei Jahren nicht mehr wächst, mit gigantischen Problemen in der Infrastruktur und Sicherheit, soll mitten im Wahlkampf, aufgemischt durch Massenproteste und Korruptionsskandale, nicht nur eine perfekte WM organisieren, sondern gleichzeitig schön Fußball spielen und auch noch den Titel abräumen. Kaum machbar.

Dennoch hat Brasilien das ziemlich gut hinbekommen - zumindest die Organisation des Turniers. Die Stadien funktionierten genauso wie die Flughäfen und die Nebenveranstaltungen. Die Fans waren meistens ziemlich glücklich, die Partys vor und nach den Spielen klasse. Die befürchteten Massendemos fanden nicht statt, auch die Überfälle auf Fans hielten sich in Grenzen.

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Außerdem fielen so viele Tore wie noch nie. Die Spiele waren spannend und es gab überraschende Gewinner und Verlierer in den Vorrunden. Der einzige richtige Skandal scheint bisher der Fifa zugeordnet, deren Vermarktungsgesellschaft Tickets auf dem Schwarzmarkt verkauft zu haben scheint.

Fazit: Brasilien kann stolz auf diese Weltmeisterschaft sein – bis auf das 1:7 gegen die Deutschen, das das nationale Selbstbewusstsein noch länger beschäftigen wird.

Buschfunk Südamerikaner als neue Touristen in Brasilien

Der Ansturm aus den Nachbarländern zur WM in Brasilien ist gewaltig - und unerwartet. Die Region kann davon nur profitieren.

Ein mexikanischer Fußballfan jubelt bei der WM in Fortaleza. Quelle: AP

Dennoch reicht der Erfolg der WM weiter. Es ist faszinierend, wie die Brasilianer auf die Massen von ausländischen Fans aus Europa, den USA und Asien reagiert haben. Denn ausländische Besucher sind in Brasilien immer noch eine Seltenheit.

Brasilien ist als fünftgrößtes Land der Welt weitgehend isoliert auf der südlichen Hemisphäre, weit entfernt von den Machtzentren der Welt – politisch, wirtschaftlich, gesellschaftlich. Für die meisten Brasilianer beschränkt sich die Welt auf ihren Wohnort und das, was ihnen TV Globo jeden Abend aus dem weiten Brasilien zwischen den Pampas und dem Amazonas zeigt. Eine Welt für sich, klar. Doppelt so groß wie die EU, 24 Mal passt Deutschland da hinein.

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Doch für die Brasilianer sind die durchaus positiv titulierten „Gringos“ immer noch sehr fremd. Sie fanden es toll, dass so viele von ihnen nach Brasilien kamen. Sie haben sie meistens freundlich und respektvoll empfangen – und bestaunt wie Wesen von einem anderen Stern: Als die Holländer so ausgelassen wie sie selbst feierten, die Portugiesen an der Copacabana zelteten oder die US-Amerikaner ihre Riesenpartys organisierten.

Das wird dem Land als Erkenntnisgewinn bleiben: Brasilien ist nicht alleine auf der Welt. Brasilien ist auch nicht einzig, wie es sich die Brasilianer immer einreden – sondern Teil der Weltgemeinschaft.

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