CDU-Vorstoß: Italien soll sich mit Goldverkauf selbst retten

CDU-Vorstoß: Italien soll sich mit Goldverkauf selbst retten

, aktualisiert 07. November 2011, 09:39 Uhr
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Ein Goldreserven-Einsatz in Italien?

Quelle:Handelsblatt Online

Italien gilt als Wackelkandidat in der Euro-Zone. Ungewiss ist, ob der Euro-Rettungsfonds es notfalls auffangen könnte. Aus der CDU kommt daher der Vorschlag, Rom solle über ein Anzapfen seiner Goldreserven nachdenken.

Berlin Der Vorsitzende des Europa-Ausschusses im Bundestag, Gunther Krichbaum, hat einen Verkauf der italienischen Goldreserven ins Gespräch gebracht. „Durch einen Verkauf könnte Italien angesichts der derzeit hohen Erlöse seinen Schuldenstand spürbar senken“, sagte der CDU-Politiker der „Rheinischen Post“. Das Land verfüge über relativ hohe Goldreserven. Es sei „angebracht, dass Italien selbst seine Goldreserven einsetzt“, betonte der Europa-Experte. Deutschland hatte sich am Wochenende gegen Bestrebungen anderer Staaten gewehrt, die Devisenreserven der Bundesbank zur Euro-Rettung zu verpfänden.

Nach Griechenland richtet sich derzeit die Aufmerksamkeit der Märkte auf Italien, wo am Dienstag eine Parlamentsabstimmung über die öffentlichen Finanzen ansteht, über deren Ausgang die Regierung von
Ministerpräsident Silvio Berlusconi stürzen könnte.

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Über die Möglichkeit Goldreserven zur Euro-Rettung einzusetzen war beim G20-Gipfel in Cannes gesprochen worden. US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Großbritanniens Premier David Cameron hatten demnach vorgeschlagen, dass die Euro-Staaten und deren Notenbanken Sonderziehungsrechte im Wert von 60 Milliarden Euro in den Rettungsschirm einbringen: 15 Milliarden Euro davon sollten von der Bundesbank kommen, berichtete die "Welt am Sonntag". Das Geld solle dann als Pfand für weitere Rettungsprogramme dienen. Dies wäre nicht nur ein Angriff auf die Unabhängigkeit der Bundesbank, auch die deutsche Haftungssumme für den Rettungsschirm würde sich so erhöhen.

In G20-Kreisen verlautete zudem, dass vor allem Frankreich ein besonderes Interesse an der Goldvariante hätte, um eine Stärkung des Euro-Rettungsschirms zu erreichen, weil es selbst in der Schuldenkrise zuletzt vermehrt unter Druck geraten war. Hintergrund der Bemühungen um eine Stärkung des Rettungsschirms sind Befürchtungen, dass das mit 440 Milliarden Euro ausgestattete Schutzschild nicht ausreichen könnte, sobald größere Staaten ins Wanken kommen.

Deutschland stellte sich bereits am Wochenende gegen solche Bestrebungen. Auch die Bundesbank als Hüterin der Währungsreserven wies den Vorstoß zurück. Am Montag legte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler nach. „Die deutschen Goldreserven müssen unantastbar bleiben“, sagte der FDP-Politiker in der ARD.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sprach sich am Sonntag zwar dafür aus, die Finanzkraft des Rettungsfonds deutlich zu stärken. Er warnte aber davor, die Goldreserven der Bundesbank dafür anzuzapfen. Der Chef der Deutschen Bank verwies stattdessen auf die Vorteile der nun gefundenen Versicherungslösung. Damit übernimmt der Rettungsfonds zum Teil das Ausfallrisiko von Staatsanleihen mancher Euro-Länder und macht sie so für Investoren attraktiver.

Quelle:  Handelsblatt Online
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