China: Arcandor: Bei weiter steigenden Kosten wird Textilproduktion aus China in andere Länder verlagert

China: Arcandor: Bei weiter steigenden Kosten wird Textilproduktion aus China in andere Länder verlagert

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Arcandor-Vorstand Helmut Merkel

Der Handelskonzern Arcandor will künftig einen wachsenden Teil seiner Textilien nicht mehr in China, sondern in anderen Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien, Vietnam und Bangladesh produzieren lassen.

Als Gründe dafür nennte Arcandor-Einkaufsvorstand Helmut Merkel steigende Produktionskosten in China und mögliche Antidumping-Klagen. „Wir haben aus strategischen Gründen einen Plan B mit alternativen Beschaffungsmärkten. Etwa für den Fall, dass Antidumping-Klagen drohen und wir plötzlich auf ein anderes Land umschalten müssen“, sagte Merkel dem China-Sonderheft der WirtschaftsWoche, das am kommenden Montag erscheint. „Wir beobachten genau, in welche Länder wir gehen können, wie sich die Lohnkosten dort entwickeln, die Infrastruktur, die Regulierung.“ Ausweichen könne Arcandor nach „Indien, Vietnam, Bangladesch, Pakistan, Kambodscha“, so Merkel. „Indien hat größere Kapazitäten, 20 Prozent unseres Einkaufs beziehen wir schon von dort.“ Allerdings sei die indische Infrastruktur „noch in dürftigem Zustand“.

Deshalb sei eine kurzfristige Verlagerung großer Produktions- und Einkaufsvolumen weg von China nicht möglich. „Von den sechs Milliarden Euro unseres weltweiten Einkaufs entfällt derzeit etwa die Hälfte auf China. Wir lassen in Asien schon in Indien, Indonesien, Bangladesch oder Vietnam produzieren. Aber ein schneller Ersatz für China kann das nicht sein, weil dort gar nicht die Kapazitäten existieren, die wir brauchen.“

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Besonders groß sei die Abhängigkeit von China im Textilbereich. „Allein in der Textil- und Bekleidungsindustrie entfallen auf China 50 Prozent der Weltproduktion. Da ist es gar nicht vorstellbar, kurzfristig 10 oder 15 Prozent in andere Teile der Welt zu verlagern. Es gibt kein Land, das derzeit solche Volumina übernehmen kann.“

Doch der Druck zu Verlagerungen wachse, da die Kosten in China stark zunehmen. „Die 20, 30 Jahre, in denen China Geschenke an die Welt verteilt hat in Form von Billigstpreisen und uns weltweit stabile Preise beschert hat, sind vorbei. Die Kosten in China steigen. Das lässt sich nicht zurückdrehen.“

Entscheiden wird Arcandor in den nächsten zwölf Monaten, ob Arcandor über seine Versandtochter Quelle wieder in den chinesischen Versandhandel einsteigen wird. „Das wird von Primondo (der Versandhandelsgruppe von Arcandor, zu der auch Quelle gehört, die Red.) gesteuert. Ich gehe davon aus, dass wir binnen Jahresfrist ein Ergebnis vorliegen haben werden“, kündigt Merkel an. „Wenn wir jetzt einsteigen, dann als Multi-Channel, mit E-Commerce, Online-Plattformen und/oder TV-Kanälen.“ Quelle hatte vor 15 Jahren schon einmal von Shanghai aus einen Versandhandel aufgebaut, war aber an fehlenden Zahlungssystemen und der unsicheren Zustellung gescheitert.

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