China: Der Wachstumsmotor stottert

China: Der Wachstumsmotor stottert

, aktualisiert 19. Januar 2016, 06:43 Uhr
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Workers rest after lunch at a construction site in Shanghai, China, January 19, 2016. China's economic growth eased to 6.8 percent in the fourth quarter from a year earlier, matching expectations but still the slowest since the global financial crisis, putting pressure on policymakers to roll out more support measures as fears of a sharper slowdown pummel global financial markets. REUTERS/Aly Song

von Stephan ScheuerQuelle:Handelsblatt Online

Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. China steckt mitten im Strukturwandel. Die Industrie leidet. Der Konsum aber zeigt sich robust – und Präsident Xi zuversichtlich.

HongkongWang Baoan gibt sich ernst. Der Chef von Chinas Statistikamt bringt düstere Nachrichten. Die Wirtschaft des bevölkerungsreichsten Landes ist im vergangenen Jahr mit 6,9 Prozent so schwach wie seit einem Vierteljahrhundert nicht mehr gewachsen. „Wir sehen ein kompliziertes, internationales Umfeld und einen steigenden Abwärtsdruck“, sagte Wang am Dienstag.

Allerdings hatte Chinas Führung die Abkühlung der Wirtschaft erwartet. Das Wachstum lag im unteren Bereich der erst am Wochenende von Ministerpräsident Li Keqiang betonten Zielmarke von „etwa sieben Prozent“.

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Nach 7,0 Prozent in den ersten beiden Quartalen 2015 und 6,9 Prozent im dritten Quartal betrug das chinesische Wirtschaftswachstum im vierten Quartal nur noch 6,8 Prozent, wie die Statistikbehörde weiter mitteilte. So wenig war Exportweltmeister China seit der Finanzkrise 2008 nicht mehr in einem Quartal gewachsen.

Aber Ängste vor einem Ende der chinesischen Wachstumsgeschichte seien übertrieben, betonte der Chefökonom des Hongkonger Vermögensverwalters Mizuho Securities (Asia) Limited, Shen Jianguang. „Ein langsameres Wachstum ist die normale Reaktion auf den Strukturwandel“, sagte Shen dem Handelsblatt.

Hervorzuheben sei hingegen, dass der Dienstleistungssektor mit 50,5 Prozent (Vorjahr: 48,1) zu mehr als der Hälfte der Wirtschaftsleistung beigesteuert habe. „Die Umstrukturierung weg von Investitionen und Exporten zu mehr Binnennachfrage scheint schneller zu funktionierten als erwartet“, sagte Shen.

Erst am Montag hatte Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping seine höchste Führungsriege zu einer Sondersitzung zum Thema Wirtschaft zusammengerufen. Insgesamt sei er optimistisch über die zugrundeliegenden Daten der Ökonomie, sagte Xi laut einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua.


Eine „neue Normalität“ für die Volksrepublik

Die Volksrepublik befinde sich in einer Phase der „neuen Normalität“ in der sich das Wachstum verlangsame, bekräftige Xi den von ihm geprägten Slogan. Das Modell der chinesischen Wirtschaft müsse umgebaut und neue Triebkräfte gestärkt werden. Innovative Branchen, und der Dienstleistungssektor müssten die Abhängigkeit vom Außenhandel abschwächen. Heimischer Konsum soll den Fokus auf Investitionen ausgleichen.

In diesem Jahr werde der Abwärtsdruck auf Chinas Wirtschaft jedoch weiter zunehmen, erwartete Chefökonom Shen. Der Dienstleistungssektor und der Binnenkonsum seien noch nicht in der Lage, den Rückgang in anderen Bereichen auszugleichen.

Das Wachstum der Industrieproduktion fiel von 8,3 auf 6,1 Prozent im Vorjahresvergleich. Im Dezember lag der Zuwachs nur bei 5,9 Prozent. Der Investitionszuwachs im Immobiliensektor fiel von 10,5 auf nur noch ein Prozent. Die Anlageinvestitionen wuchsen nur noch um zehn Prozent, nachdem sie im Vorjahr noch um 15,7 Prozent zugelegt hatten.

Die Weltbank rechnet 2016 nur mit 6,7 Prozent Wachstum in China. Mit dem neuen Fünf-Jahres-Plan, der im März vom Volkskongress gebilligt wird, strebt Chinas Führung durchschnittlich 6,5 Prozent in den nächsten fünf Jahren an. Im Vorjahr war die Wirtschaft offiziell noch um 7,3 Prozent gewachsen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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