China: Hamburger Kaderschmiede für Top-Juristen

China: Hamburger Kaderschmiede für Top-Juristen

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Nicht nur Jura-Studenten können an der CESL ihren Abschluss machen, auch Richter und Anwälte können sich weiterbilden.

Die Uni Hamburg will in Peking eine Kaderschmiede für Chinas Top-Juristen eröffnen und hat jetzt auch grünes Licht von den chinesischen Behörden. Die Genehmigung ließ lange auf sich warten.

Die Juristen der Hamburger Uni haben allen Grund zur Freude. Endlich ist die frohe Botschaft aus Peking da: „Das chinesische Bildungsministerium hat unsere internationale Rechtshochschule genehmigt“, freut sich Daniela Jänicke, Managerin der neuen China EU-School of Law (CESL). Die Hamburger Juristin ist Geschäftsführerin eines Konsortiums internationaler Spitzen-Unis, die China bei der Juristenausbildung unter die Arme greifen wollen.

Jetzt heißt es Gas geben, damit das Projekt noch im laufenden Semester starten kann. Denn schon vor einem Monat sind in ganz China Heerscharen von Studenten in die Hörsäle eingerückt. An allen Unis im Reich der Mitte geht es jedes Jahr im September mit den Vorlesungen los. So war es auch für die CESL gedacht. Doch wie die Wirtschaftswoche auch in ihrem diesjährigen China-Sonderheft berichtet, ließen sich die Chinesen mit der Genehmigung Zeit. Das Hochschulprojekt blieb länger in den Startlöchern stecken als geplant. „Ohne Genehmigung konnten wir natürlich nicht anfangen“, erklärt Jänicke.

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Dabei dürfte die von Hamburg ausgehende Initiative den Chinesen eigentlich wie gerufen kommen. Das Reich der Mitte baut ein neues Rechtssystem und sucht sich dabei Vorbilder im Westen. Jetzt fehlen nur noch Juristen, die sich im Paragraphendschungel auskennen. Jura galt im Reich der Mitte lange als brotlose Kunst. Kaum einer der vielen chinesischen Studenten wollte Anwalt oder Richter werden. „China hat schon viele gute Gesetze gemacht“, sagt Uwe Blaurock, Direktor des Instituts für Handels- und Wirtschaftsrecht an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Der Engpass liege aber bei der Ausbildung: „Es gibt noch zuwenig Richter, die wirklich Jura studiert haben.“ Ein chinesisches Gesetz, das Richtern ein Jurastudium vorschreibt, sei zwar schon seit einiger Zeit in Kraft. „Besonders unter den älteren Kollegen gibt es aber noch viele ohne fundierte juristische Ausbildung“, sagt Blaurock.

Genau dieses Problem will die Universität Hamburg lösen. Die Hanseaten werden Chinas juristische Elite in westlichem, aber auch chinesischem Recht schulen. Zu diesem Zweck hat die Hamburger Jurafakultät europäische und chinesische Unis um sich geschart. Insgesamt 16 Hochschulen gehören zum Konsortium. Die Pekinger Qinghua Universität, die Pariser Sciences Po und die Universität Bologna sind dabei. Auch die juristischen Max-Planck-Institute und große Wirtschafts¬kanzleien wie Clifford Chance oder Taylor Wessing machen mit.

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