China: Peking setzt voll auf Atomkraft

China: Peking setzt voll auf Atomkraft

von Matthias Kamp

Die Katastrophe im Nachbarland Japan kann Pekings Parteiführer nicht von ihrem Kurs abbringen. Am Montag beschloss der Nationale Volkskongress einen massiven Ausbau der Kernkraft.

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Chinesisches Atomkraftwerk Qinshan No. 2 (Foto von 2005)

China betreibt derzeit 13 Reaktoren mit einer installierten Leistung von 10,8 Gigawatt. Doch dabei soll es nicht bleiben. Geht es nach dem Willen der Parteioberen in Peking, beginnt das Reich der Mitte bis 2015 mit dem Bau von noch einmal 40 Gigawatt. So beschlossen es die knapp 3000 Delegierten des Nationalen Volkskongresses mit der Verabschiedung des neuen Fünfjahresplans. Bis 2020 soll die installierte Kapazität dann auf 80 Gigawatt, bis 2050 sogat auf 400 Gigawatt steigen.

Bisher stehen Chinas Reaktoren in erster Linie in den beiden Ostprovinzen Guangdong und Zhejiang, den Regionen mit der größten wirtschaftlichen Dynamik. Das dürfte sich ändern. 16 Provinzen, Regionen und Landkreise wollen im Rahmen des neuen Fünfjahresplans Atomkraftwerke bauen und haben dazu Anträge eingereicht.

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Darunter sind auch die zentralchinesischen Provinzen Henan und Sichuan. Die Zahl der Anträge an Chinas Nationale Reform- und Entwicklungskommission war so hoch, dass ein Teil der Vorhaben auf den nächsten Fünfjahresplan verschoben werden musste.

Die Technologie und Ausrüstungen für seine Atommmeiler bezieht China nach Angaben der World Nuclear Association hauptsächlich in Frankreich, Kanada und Russland. Es sind unter anderem Chinas massive Umweltprobleme, die die Regierung zum Ausbau der Atomkraft treiben. Mehr als zwei Drittel der Energie gewinnen die Chinesen aus Kohle. Das soll sich in den nächsten Jahren ändern. Seit 2006 hat China stark verschmutzende Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 71 Gigawatt stillgelegt. Nur mit Wind- und Solaerenergie lässt sich die Lücke eben nicht schließen.

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