China: Schwächstes Wachstum seit 24 Jahren

China: Schwächstes Wachstum seit 24 Jahren

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Chinesische Näherinnen bei der Arbeit. Das Wirtschaftswachstum in China hat sich verlangsamt.

Erstmals seit Ende der Neunzigerjahre verfehlt China ein Jahresziel: Das BIP stieg 2014 um 7,4 Prozent. Damit ist die Wirtschaft so langsam gewachsen wie seit mehr als zwei Jahrzehnten nicht mehr.

Chinas Wirtschaft ist 2014 so langsam gewachsen wie seit 24 Jahren nicht mehr. Der Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts (BIP) schwächte sich auf 7,4 Prozent ab von 7,7 Prozent im Jahr zuvor, wie das Statistikamt in Peking am Dienstag mitteilte. Damit verfehlte die Regierung erstmals seit 1999 ihr Jahresziel knapp. Sie hatte ein Plus von 7,5 Prozent angepeilt.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte zugleich seine Prognose für dieses Jahr und rechnet mit einer weiteren Abkühlung auf 6,8 Prozent. Experten erwarten nun weitere Konjunkturhilfen. Dem Exportweltmeister macht die globale Wirtschaftsflaute zu schaffen. Zudem leidet die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde unter einer schwächelnden Binnennachfrage, Überkapazitäten in der Industrie und einem sich abkühlenden Immobilienmarkt.

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Im vierten Quartal zeichnete sich allerdings eine gewisse Stabilisierung ab. Die Wirtschaft wuchs mit 7,3 Prozent etwas stärker als von Experten mit 7,2 Prozent erwartet. Sie hielt damit das Niveau des dritten Quartals und der letzten drei Monate 2013, als sie jeweils auch das schwächste Quartalswachstum seit Anfang 2009 verzeichnete. Zudem stiegen Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze im Dezember mit 7,9 beziehungsweise 11,9 etwas stärker als gedacht.

Xi will Chinas Binnenkonsum stärken

Die Statistikbehörde räumte ein, dass die Wirtschaft Schwierigkeiten habe. Das Wachstum werde aber in einem vernünftigen Rahmen bleiben. Präsident Xi Jinping betonte wiederholt, dass er die Wirtschaft nach Jahren des Booms umbauen wolle: Er setzt dabei auf eine Stärkung des Binnenkonsums und will Ausfuhren und Einfuhren ausgewogener sowie die Wirtschaft insgesamt umweltschonender gestalten.

Dies bedeutet nach Ansicht von Regierungsberatern allerdings auch einen Abschied von den hohen Wachstumsraten der Vergangenheit, die über Jahre zweistellig waren. Bei dem für europäische Verhältnisse immer noch utopisch anmutenden Wachstum hat die Regierung vor allem im Auge, das Milliardenvolk ausreichend mit Arbeitsplätzen zu versorgen und soziale Unruhen zu vermeiden.

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Experten rechnen damit, dass die kommunistische Führung nun ihr Wachstumsziel für 2015 auf rund sieben Prozent herabsetzt, aber auch zu neuen Konjunkturhilfen greift, zumal sich Staatsvertreter zuletzt zunehmend unzufrieden mit dem Verlauf des zweiten Halbjahres gezeigt haben. Dies führte bereits dazu, dass die Zentralbank im November überraschend erstmals seit mehr als zwei Jahren die Zinsen senkte. Mit weiteren Zinssenkungen und Hilfen für die Banken zur Ankurbelung der Kreditvergabe an die Unternehmen wird gerechnet.

Trotz der Konjunkturabkühlung lobte der IWF den Umbau der chinesischen Wirtschaft. Es sei zu begrüßen, dass China seine Wirtschaft ausgewogener gestalten wolle. Dies spiegele sich allerdings in einer Abschwächung der Konjunktur wider, die sich vor allem auf die asiatischen Handelspartner auswirken werde.

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