China: Strengere Online-Zensur

China: Strengere Online-Zensur

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Panguso

von Matthias Kamp

Eine neue staatliche Suchmaschine filtert kritische Inhalte noch schärfer als die privaten Platzhirsche. Die Internetnutzer im Reich der Mitte können nur müde lächeln.

Chinas Zensurbehörden sind derzeit bis in die Haarspitzen angespannt. Seit im Internet Aufrufe kursieren, die Chinesen mögen es den Menschen in Ägypten, Tunesien, Bahrain und Libyen gleichtun und für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gehen, hat die Regierung die Kontrollen im Netz deutlich verschärft. Suchbegriffe wie Ägypten, Libyen oder Demokratie etwa sind seit einigen Tagen in China geblockt.

Da passt es ins Bild, dass die Kommunistische Partei in diesen Tagen eine neue Suchmaschine an den Start schickt. Panguso.com heißt das neue Werkzeug, das China Mobile und die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua gemeisnam betreiben. China Mobile ist Chinas größter Mobilfunkkonzern und zum überwiegenden Teil in staatlicher Hand. Xinhua verbreitet vor allem die Beschlüsse der KP. Zu sensiblen Themen wie den Unruhen in Nordafrika dürfen Chinas Medien über weite Strecken ausschließlich Xinhua-Berichte verwenden.

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Hoffen auf Erfolg

Die Suchmaschine Panguso liefert wie die anderen großen Portale in China Suchergebnisse für Nachrichten, Musik, Videos und Fotos. Die Macher bei Xinhua hoffen bei den Chinesen mit einem kostenlosen Service punkten zu können: Die Nutzer können Suchergebnisse auf Handys schicken, allerdings nur von China-Mobile-Kunden.

Doch dass die neue Suchmaschine erfolgreich sein wird, ist keineswegs sicher. Mitte vergangenen Jahres schickte die KP-eigene „Volkszeitung“ ihre Suchmaschine Goso.cn an den Start. Doch kaum jemand nutzt das Portal. Chinas Internetnutzer verspotten das Duett aus Panguso und Goso mit Blick auf die KP, die die Suchmaschinen letztlich betreibt, als „Nationalmannschaft“. „Panguso ist ein Witz“, sagt etwa der Student Jiang Tieying und meint die strikte Zensur, der das Portal unterworfen ist.

Geblockte Links

Baidu, der börsennotierte Marktführer in China, und Google liefern trotz der Zensur bei sensiblen Suchwörtern wie etwa Dalai Lama oder dem Friedensnobelpreisgewinner Liu Xiaobo noch eine Liste mit Suchergebnissen. Links, hinter denen sich Kritik an den jeweiligen Personen verbirgt, kann der Nutzer sogar öffnen. Die anderen Links dagegen sind geblockt. Panguso und Goso liefern dagegen nicht einmal mehr Suchergebnisse.

Platzhirsch Baidu hat seine Position in letzter Zeit weiter ausgebaut und kommt mittlwerweile auf einen Marktanteil von gut 72 Prozent. Googles Anteil ist dagegen zuletzt von deutlich mehr als 30 Prozent auf 26 Prozent gefallen.

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