China: Tibet: "Frau Merkel im Herzen"

China: Tibet: "Frau Merkel im Herzen"

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Teppichknüpferei in Tibet

Mit großen Schritten treibt die chinesische Regierung 50 Jahre nach dem Anschluss Tibets die wirtschaftliche Entwicklung der tibetischen Regionen des Landes voran. Doch längst nicht alle freuen sich über die Bemühungen.

Wer von Chengdu, der Hauptstsadt der chinesischen Südwest-Provinz Sichuan, weiter Richtung Westen in die tibetischen Gebiete fährt, passiert eine Baustelle nach der anderen. Riesige Bagger fressen sich in die Berghänge – es entsteht eine neue Passstraße. Unten im Flusstal schießt Beton aus großen Mischern, den Arbeiter zu einem Staudamm gießen. In der Stadt Luding, südwestlich von Chengdu, entstehen zahlreiche neue Hochhäuser. Die Aktivitäten in der schwer zugänglichen Bergregion sind Teil eines großen Plans, entworfen in der chinesischen Hauptstadt Peking. Nachdem sich die Regionen im Osten des Landes im Zuge des Exportbooms der vergangenen drei Jahrzehnte rasch entwickelt haben, wollen Chinas Parteiführer die Modernisierung nun in den Westen tragen.

Der Lebensstandard der Tibeter hat sich deutlich verbessert

Die Aktivitäten in der schwer zugänglichen Bergregion sind Teil eines großen Plans, entworfen in der chinesischen Hauptstadt Peking. Nachdem sich die Regionen im Osten des Landes im Zuge des Exportbooms der vergangenen drei Jahrzehnte rasch entwickelt haben, wollen Chinas Parteiführer die Modernisierung nun in den Westen tragen. Überall preisen rote Banner die wirtschaftliche Entwicklung der tibetischen Regionen Chinas und rufen die Bevölkerung dazu auf, weiterhin fleißig daran mitzuarbeiten. „Der Lebensstandard der einfachen Tibeter hat sich enorm verbessert“, rühmt An Deqiang die Anstrengungen, und behauptet: „Die Menschen sind der KP dankbar.“ An ist Vizeminister der Propagandaabteilung in Kangding, einer Kreisstadt tief im Westen der Provinz Sichuan. Fast 70 Prozent der Bewohner der Stadt sind Tibeter.

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Keine Frage: Die materielle Situation vieler Tibeter hat sich in den vergangenen Jahren stark verbessert. Doch gleichzeitig erfüllt das Vorgehen der Chinesen in der Region viele Tibeter mit Schrecken.

Tibeter sollen sesshaft werden

Eine schmale Straße führt in das 600-Seelen-Dorf in der Nähe von Kangding. Frauen schleppen in Bambuskörben Steine durch den Ort, mit denen sie ihre Häuser ausbessern. Im Hintergrund schimmern die schneebedeckten Berggipfel im Sonnenlicht. In einem der geräumigen Häuser des Ortes lebt ein 21-jähriger Mönchsschüler. „Es gibt hier in der Nähe einen Berg, der für uns Tibeter heilig ist“, erzählt der junge Mann. Eines Tages seien die Chinesen gekommen und hätten einen Stollen in den Hang getrieben. Sie wollten das Gold fördern, das tief im Berg lagert. „Wir hatten Angst“, sagt der Schüler, der in einem Kloster in einer nah gelegenen Stadt tibetischen Buddhismus studiert, „weil sie sich an unserem heiligen Berg vergehen.“ Schließlich hätten sie den Chinesen gesagt, sie sollten aufhören, doch es sei nichts passiert – auch nicht, nachdem sie sich bei der Stadtverwaltung über das Vorgehen beschwert hätten. „Am Ende haben wir nachts die Maschinen zerstört.“ Im Westen Chinas, so scheint es, prallen Spiritualität und Naturverbundenheit der Tibeter mit dem Pragmatismus und der Fixierung der Chinesen auf wirtschaftliche Modernisierung und Geschäftemachen zusammen.

Vizeminister An will die Erschließung der Region indes weiter vorantreiben. „Rund zwölf Millionen Euro werden wie im Kreis Kangding in den kommenden Jahren investieren“, erklärt er, vor allem in den Bau neuer Straßen, in die Energieversorgung und in den Bau von Hotels. Außerdem werde weiterhin viel Geld in ein Programm fließen, mit dessen Hilfe Tibeter, die als Nomaden leben, sesshaft gemacht werden sollen.

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