China: Warum Asiens Währungen aufwerten könnten

China: Warum Asiens Währungen aufwerten könnten

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Chinas Landeswährung Yuan: Der schwache Wechselkurs birgt enorme Risiken

von Annina Reimann

Viele Regierungen in Asien managen ihre Wechselkurse aktiv. Dank schwacher Währungen kauft die Welt günstig in Asien ein. Das könnte sich bald ändern.

China tut es. Taiwan tut es. Und viele andere tun es auch: Asiatische Länder suchten in letzter Zeit ihr Heil in einer schwachen Währung. Schwache Wechselkurse helfen dem Export. Die Welt deckt sich billig in Asien ein. Doch die Region hat deswegen nicht nur großartige Wachstumsaussichten und Exportüberschüsse - sondern langsam aber sicher auch eine ganze Menge Probleme.

Die schwache Landeswährung Renminbi birgt für China immense Risiken. So warnte der Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) jüngst vor Inflationsgefahr. Die Chinesen sollten die Landeswährung im eigenen Interesse aufwerten. „Einige Sektoren überhitzen sich, und die Arbeiter verlangen mehr Geld“, sagte Chefvolkswirt Olivier Blanchard. Denn die Kosten für den günstigen Export zahlt das Volk – durch teure Importe. Eine Aufwertung entlastet also die Importkosten und kurbelt so die Binnennachfrage an.

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Auch ziehen Asiens unterbewertete Währungen massiv Geld von Anlegern an, die auf eine Aufwertung setzen. Der anhaltende Kapitalzufluss könnte Asien vor Probleme stellen, die Wirtschaft weiter überhitzen und die Inflation antreiben.

„Wenn die Wirtschaft weiter so stark wächst und der Euro weiter abwertet, dann dürften die asiatischen Währungen weiter aufwerten", sagt Commerzbank-Ökonomin You-Na Park. Doch viele Länder in Asien warten ab, was China macht. Vorpreschen will keiner. „Sie haben Sorge, dass ihre Währungen zu stark aufwerten, während China den Renminbi konstant hält, da China dann einen Wettbewerbsvorteil im Export hätte", sagt Park.

Das ist nicht das einzige Problem: „Obwohl Kapital im Moment produktiv absorbiert wird, besteht mittelfristig das Risiko, dass sich Spekulationsblasen bilden könnten, falls die Geldpolitik zu lange entgegenkommend bleibt“, sagt Michael Hasenstab, Senior Vice President der Global Fixed Income Group bei Franklin Templeton Investments. Eine Aufwertung könnte den Kapitalzufluss bremsen und damit Luft aus den Blasen lassen. 

Seit der Euro schwächelt, funktioniert das an den Dollar gekoppelte System ohnehin nicht mehr: Die zehn am meisten gehandelten Währungen in Asien, der japanische Yen ausgenommen, legten seit Jahresbeginn durchschnittlich 19 Prozent gegenüber dem Euro zu. Viele exportorientierte Unternehmen in Asien rufen schon nach Devisenverkehrskontrollen in ihren Ländern. Nicht überall gibt es bereits Beschränkungen für Anleger, so wie in China oder Indien.

Dass China den Kurs des Renminbi nun statt an den Dollar an einen Währungskorb koppelt, könnte aber auch einfach nur ein geschickter Schachzug sein. Denn so könnten die Chinesen den Wechselkurs stets an die Währungen ihrer größten Handelspartner anpassen – und die kommen derzeit aus der EU. Von einer Aufwertung des Renminbi hat in China vorerst ohnehin niemand gesprochen. Vielmehr wollen die Chinesen ihren Wechselkurs künftig flexibler handhaben. Bekommt der Euro im neuen Währungskorb ein starkes Gewicht, könnte der Renminbi zum Dollar sogar abwerten. US-Präsident Barack Obama, der seine Wirtschaft über einen schwachen Dollar sanieren will, hätte dann umsonst gejubelt.

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