China: Wirtschaftswachstum fällt auf 6,7 Prozent

China: Wirtschaftswachstum fällt auf 6,7 Prozent

Trotz des erneuten Wachstumsrückgangs scheint sich Chinas Wirtschaft zu fangen. Neue Kredite stützen die Konjunktur. Doch warnen Experten, dass die Probleme ungelöst sind. Kommt die Rechnung später?

Chinas Wachstum ist im ersten Quartal auf nur noch 6,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gefallen. Es war der langsamste Anstieg der zweitgrößten Volkswirtschaft seit Ausbruch der Weltfinanzkrise vor sieben Jahren. Die Wirtschaftsdaten deuteten allerdings auf eine Stabilisierung hin, da die Anlageinvestitionen, Industrieproduktion und Einzelhandelsumsätze unerwartet stark zulegten. Der Sprecher des Statistikamtes sprach daher von einem „guten Start“ ins Jahr. Das Wachstum gewinne wieder an Schwung.

Die Entwicklung wurde aber stark von Krediten angetrieben, was neue Fragen über die Nachhaltigkeit des Wachstums aufwarf. Besonders der Immobilienmarkt profitierte von der Ausweitung der Kreditvergabe, die allein im März um 188 Billionen Yuan oder umgerechnet 25 Milliarden Euro höher ausfiel als im Vorjahreszeitraum. Die Anlageinvestitionen legten seit Jahresanfang stärker überraschend stark um 10,7 Prozent zu - schneller als im Vorjahreszeitraum mit 10 Prozent. Die Industrieproduktion wuchs um 5,8 Prozent (Vorjahreszeitraum: 5,4).

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Mit Beginn des neuen Fünf-Jahres-Plans fließt nach Schilderung von Experten mehr Geld in den Markt, doch blieben die langfristigen Probleme weiter ungelöst. „Die nächsten Monate werden eine Wohlfühlphase erzeugen, aber die zugrundeliegenden Probleme durch wachsende Schuldenlast, Überkapazitäten, mangelnde Nachfrage und einen hyperaktiven Finanzsektor werden zum Jahresende die Rechnung präsentieren“, sagte der Präsident der Europäischen Handelskammer, Jörg Wuttke, der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist keine Wende, sondern nur ein vorübergehendes Luftholen.“

Die nächsten 15 Giganten aus China

  • Platz 1

    Unternehmen: Hengtong Optic-Electric
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 7.804 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 46,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

    Quelle: Accountantcy Futures Academy: "China's 100 next global giants"

  • Platz 2

    Unternehmen: Huapont-Nutrichem
    Branche: Chemie

    Umsatz 2012: 3.877 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 39,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 3

    Unternehmen: Zhejiang Dahua Technology
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 3.531 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 44,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 4

    Unternehmen: iSoftStone Holdings
    Branche: Internet und Information

    Umsatz 2012: 2.434 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 35,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 5

    Unternehmen: Hangzhou Hikvision Digital Technology
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 7.214 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 6

    Unternehmen: Hosa International
    Branche: Textil und Kleidung

    Umsatz 2012: 5,352 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 40,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: *
    Strategie: ***

  • Platz 7

    Unternehmen: Hongfa Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 3,008 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,4 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 8

    Unternehmen: Zhejiang Wangfeng Auto Wheel
    Branche: Automobil

    Umsatz 2012: 4.091 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,5 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 9

    Unternehmen: Anhui Zhongding Sealing Parts
    Branche: Gummi und Plastik

    Umsatz 2012: 3.369 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,1 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 10

    Unternehmen: Beijing Zhongke Sanhuan Hi-Tech
    Branche: Computer und Kommunikation

    Umsatz 2012: 4.934 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 30,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: ***
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 11

    Unternehmen: Zhongli Science and Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 6.326 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,3 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: **
    Strategie: ***

  • Platz 12

    Unternehmen: Ningxia Zhongyin Cashmere
    Branche: Textil und Bekleidung

    Umsatz 2012: 2.426 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 32,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 13

    Unternehmen: Shenzhen Desay Battery Technology
    Branche: Elektronik

    Umsatz 2012: 3.195 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 37,8 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: **

  • Platz 14

    Unternehmen: Pactera Technology International
    Branche: Internet und Information

    Umsatz 2012: 2.266 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 31,7 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: ***
    Strategie: ***

  • Platz 15

    Unternehmen: China XD Plastics
    Branche: Chemie

    Umsatz 2012: 3.785 Millionen Yuan
    Jährliches Wachstum 2008-2012: 49,2 Prozent

    Dominanz auf dem Heimatmarkt: **
    Internationale Präsenz: *
    Strategie: **

Das Wachstum werde durch eine „ungeheuer schnell steigende Kreditvergabe“ angefeuert, warnte auch Christopher Balding von der HSBC Business School in Shenzhen. „Das enthüllt, wie Chinas Führer den wahren Zustand der chinesischen Wirtschaft einschätzen“, sagte der Ökonom. „Es gibt ernste Sorgen, dass das Wachstum weiter fallen und dadurch andere Probleme auslösen könnte, wenn es nicht maßgeblich unterstützt wird.“ Dass die Kredite ständig steigen, ohne dass notwendige Reformen vorangetrieben werden, ist aus seiner Sicht ein „langfristiges Problem“ Chinas, das aber nicht angepackt wird.

Das Wachstum von 6,7 Prozent bewegt sich im Rahmen der Zielvorgabe der chinesischen Regierung für dieses Jahr von 6,5 bis 7 Prozent. Im vergangenen Jahr war Chinas Wirtschaft mit 6,9 Prozent gewachsen, so langsam wie seit 25 Jahren nicht mehr. Es gibt allerdings Zweifel, wie realistisch die offiziellen Zahlen überhaupt sind.

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Aber auch der Internationale Währungsfonds (IWF) sieht Anzeichen für eine Stabilisierung und korrigierte diese Woche seine Wachstumsprognose für China angesichts stärker heimischer Nachfrage um 0,2 Punkte auf 6,5 Prozent nach oben. Der Dienstleistungssektor fange die Schwäche in der herstellenden Industrie auf. Tatsächlich legte das Dienstleistungsgewerbe im ersten Quartal um 7,6 Prozent zu. Sein Anteil an der gesamten Wirtschaft kletterte um zwei Punkte auf 56,9 Prozent, wie das Statistikamt berichtete.

In seiner Vorhersage warnte der IWF aber auch vor Gefahren für die finanzielle Stabilität in China durch schlechte Unternehmensgewinne und faule Kredite. Begrenzte Reformfortschritte und steigende Risiken im Unternehmens- und Finanzbereich nährten mittelfristige Wachstumssorgen. Ein stärker als erwarteter Abschwung in China könnte „starke Nebenwirkungen“ auf die Weltwirtschaft haben.

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