China: Zentralbank wertet Yuan erneut ab

ThemaKonjunktur

China: Zentralbank wertet Yuan erneut ab

, aktualisiert 12. August 2015, 12:47 Uhr
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Chinas Zentralbank hat den Yuan mit einem erneuten Eingreifen auf Talfahrt geschickt

Die chinesische Zentralbank hat die Landeswährung am Mittwoch erneut auf Talfahrt geschickt. Der Yuan fiel auf ein Vierjahrestief. Die asiatischen Börsen rutschen ins Minus, der DAX stürzt ab.

Chinas Zentralbank hat den Yuan (Renminbi) mit einem erneuten Eingriff noch weiter auf Talfahrt geschickt. Analysten sind der Ansicht, dass ein schwächerer Yuan vor allem der Exportindustrie des Landes helfen wird. Die Ausfuhren Chinas waren im Juli um 8,3 Prozent im Vergleich zum Juli des Vorjahres eingebrochen.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) nannte die Abwertung des Yuan einen „willkommenen Schritt“, weil der Markt eine größere Bedeutung bei der Bestimmung des Wechselkurses erhalte. Auch die EU-Kommission in Brüssel sprach nach dem überraschenden Politikwechsel der chinesischen Zentralbank von einer „positiven Entwicklung“.

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Währungspolitik Chinas Zentralbank wertet Yuan deutlich ab

Die chinesische Zentralbank hat den Yuan stark abgewertet. Darunter leiden vor allem Wettbewerber und Schwellenländer. Einige Experten befürchten einen Währungskrieg.

Chinas Zentralbank wertet Yuan deutlich ab Quelle: dpa

Unklarheit herrscht nun darüber, ob noch weitere Abwertungsschritte folgen. Die Zentralbank schrieb zwar am Mittwoch in einer Stellungnahme: „Momentan gibt es keine Basis dafür, die Abwertung des Wechselkurses fortzusetzen.“ Allerdings hatten die Geldwächter schon bei der Intervention am Vortag betont, dass es sich um eine „einmalige Maßnahme“ handele.

Die Bank setzte am Mittwoch den Referenzkurs auf 6,3306 Yuan je US-Dollar fest - ein Abschlag für die chinesische Währung von weiteren 1,6 Prozent im Vergleich zum Vortag. Bereits am Dienstag hatte die Bank den Referenzkurs um 1,9 Prozent gesenkt und damit den Yuan im Verhältnis zum Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren geschickt.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

  • Immobilienblase

    Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

  • Schattenbanken

    Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

  • Faule Kredite

    Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

  • Überkapazitäten

    Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

  • Internationale Krisen

    Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Die Sorgen um die Geschäfte der deutschen Wirtschaft mit China haben den Dax auch am Mittwoch schwer belastet. Zwischenzeitlich fiel der deutsche Leitindex sogar unter die markante Schwelle von 11 000 Punkten. Am Mittag notierte er noch 2,31 Prozent im Minus bei 11 032,27 Punkten und verlor damit fast so stark wie am Vortag. Auch an anderen Weltbörsen ging es bergab.

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