Christine Lagarde: Das neue Gesicht des IWF

Christine Lagarde: Das neue Gesicht des IWF

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Christine Lagarde

von Gerhard Bläske

Christine Lagarde freut sich auf die Rückkehr in ihre zweite Heimat USA. Schließlich hat sie dort Teile ihres Studiums und einen Großteil ihrer beruflichen Karriere verbracht.

Nachdem sie zweimal an der Aufnahmeprüfung für die renommierte französische Eliteschule Ena gescheitert war, absolvierte sie ihr Jura-Studium in Paris. 1981 trat sie in das dortige Büro der US-Rechtsanwaltskanzlei Baker & McKenzie ein, von 1999 bis 2004 stand sie an der Spitze der Kanzlei, die mit 3750 Mitarbeitern in 41 Ländern eine der größten des Landes ist.

Premierminister Dominique de Villepin entdeckte 2005 das politische Talent der hochgewachsenen 55-Jährigen und holte sie als Staatssekretärin für Außenhandel in seine Regierung. Nach einem kurzen Gastspiel als Landwirtschaftsministerin wurde sie 2007 von Staatspräsident Nicolas Sarkozy zur Wirtschafts- und Finanzministerin ernannt. In der Finanz- und Euro-Krise war sie gefordert und hat sich in nächtelangen Krisensitzungen den Respekt ihres Chefs erworben, dessen interventionistisches Weltverbesserungsprogramm sie loyal verteidigte. Der neuerliche Wechsel in die USA stellt für die Mutter zweier erwachsener Kinder die Krönung ihrer politischen Karriere dar.

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Vorbilder

Als neue IWF-Chefin will Christine Lagarde die Reformpolitik ihres Vorgängers Dominique Strauss-Kahn fortsetzen. Ansonsten taugt der über einen Sexskandal gestolperte Politiker jedoch wenig als Vorbild für die 55-Jährige. Ex-Premierminister Dominique Villepin, der ihr 2005 „unendlich viel Talent“ bescheinigte und sie in die Politik gelockt hatte, hat sie dagegen viel zu verdanken. Doch auch ihn will sie nicht als Mentor akzeptieren. Lagarde wechselte rechtzeitig ins Lager des derzeitigen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Der habe „viel Geduld“ mit ihr bewiesen, findet sie. Denn als Quereinsteigerin in die Politik, die zudem viele Jahren in den USA verbracht hatte, musste sie den politischen Verhaltenskodex in Paris erst schmerzhaft lernen. Richtige Vorbilder hat die selbstbewusste Frau, die nach dem frühen Tod ihres Vaters, eines Literaturprofessors, Verantwortung für ihre drei Brüder mitübernehmen musste, nicht. Als Spitzensportlerin habe sie früh gelernt, dass es auf das Zusammenspiel im Team ankomme.

Vorlieben & Abneigungen

Selbst nächtelange EU-Krisensitzungen überstand sie stets elegant und cool. Trifft sie morgens um 7.30 Uhr im Büro ein, hat sich Lagarde bereits mit Gymnastik und Yoga in Form gebracht. Sie isst kein Fleisch, trinkt keinen Alkohol und schläft selten mehr als fünf Stunden. Nach schwierigen Verhandlungen greift die ehemalige Synchronschwimmerin, die es bis in die französische Nationalmannschaft brachte, gern zu einer Tasse Tee. Entspannung findet sie auch bei der Gartenarbeit. Unübersehbar ist ihre Vorliebe für Perlenketten sowie auffällige Accessoires wie Schals oder Ohrringe. Nach ihrer Scheidung liierte sich die praktizierende Katholikin, die eine strenge bürgerliche Erziehung in der normannischen Hafenstadt Le Havre genoss, mit dem Marseiller Unternehmer Xavier Giocanti.

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