Cola, Limo, Eistee: Großbritannien führt Steuer auf Zuckergetränke ein

Cola, Limo, Eistee: Großbritannien führt Steuer auf Zuckergetränke ein

, aktualisiert 18. August 2016, 16:08 Uhr
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Mit einem Zuckergehalt von ca. 10,8 Gramm pro 100 Milliliter überschreitet beispielsweise Coca-Cola den Grenzwert für die Steuer um mehr als das doppelte.

Quelle:Handelsblatt Online

Großbritannien hat weltweit den höchsten Anteil an fettleibigen Menschen in der Bevölkerung. Die Regierung will gegensteuern – und führt eine Abgabe auf Getränke mit hohem Zuckergehalt ein.

LondonDie britische Regierung will stärker gegen die Fettleibigkeit vorgehen und führt eine Steuer auf zuckerhaltige Getränke ein. Die Abgabe wird bei Produkten fällig, die mehr als fünf Gramm Zucker je 100 Milliliter enthalten, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Für noch süßere Getränke ist ein höherer Steuersatz geplant. Der Regierung zufolge werden Verbraucher nicht belastet, weil es sich um eine reine Unternehmenssteuer handelt. Erhoben wird sie nur auf Produkte, denen Zucker zugesetzt wird, und nicht etwa auf Fruchtsäfte. Die Einnahmen sollen für Gesundheitsprogramme für Schulkinder verwendet werden.

Großbritannien hat weltweit einen der höchsten Anteile von fettleibigen Menschen. Die Regierung befürchtet, dass die Zahlen in den kommenden Jahren weiter steigen, so dass im Jahr 2050 mehr als ein Drittel der Jungen im Alter zwischen sechs und zehn Jahren und 20 Prozent der Mädchen betroffen sein könnten. Die Krankheit kostet dem staatlichen Gesundheitssystem NHS Schätzungen zufolge mehr als sechs Milliarden Pfund (sieben Milliarden Euro) im Jahr. Wichtigste Zuckerquelle für Kinder sind dem Gesundheitsministerium zufolge Softdrinks wie Cola.

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Experten halten die neue Abgabe für unzureichend und fordern weitgehende Maßnahmen. Ein Vertreter der britischen Softdrink-Branche sprach dagegen von einer "Strafsteuer", die Tausende Jobs gefährde und Übergewicht kaum beeinflusse. Mit der Einführung der Abgabe folgt Großbritannien Ländern wie Belgien, Frankreich, Ungarn oder Mexiko.

Quelle:  Handelsblatt Online
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