Crazy America: US-Spartipps: Sex mit der Ex statt Balzrituale

Crazy America: US-Spartipps: Sex mit der Ex statt Balzrituale

Es passiert, was passieren musste: Die Amerikaner beginnen mit dem Sparen - gezwungenermaßen. Die Nation, die jahrelang im Shopping-Rausch schwelgte, lechzt jetzt nach Tipps, wie und wo man was billiger bekommen kann.

Noch vor wenigen Wochen liefen im US-Fernsehen  Werbespots der bis vor kurzem viertgrößten US-Bank Wachovia, in denen es förmlich Geld regnete. 

Auf Kunden der Bank, die fröhlich in der Stadt einkaufen oder gut gelaunt beim Friseur sitzen,  flattern darin unablässig Geldscheine herab, wie aus einer kleinen mitwandernden Wolke. Die Botschaft aus dem Werbespot steht für das naive Märchen, an das viele Amerikaner lange Zeit glaubten und das jeden Schwaben oder Schotten unmittelbar zu verständnislosem Kopfschütteln animieren muss: Man kann durch Geldausgeben Geld sparen.

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Auch die Bank of America bietet immer noch eine Plastikkarte an, bei der jede Zahlung auf den vollen Dollar aufgerundet und auf ein Sparkonto transferiert wird. „The more you spend, the more you save“ – je mehr Du ausgibst, umso mehr sparst Du, so ermuntert der dazu gehörige paradoxe Slogan zum fröhlichen Shoppen.

Damit ist jetzt Schluß. Kreditkartengesellschaften kürzen den Überziehungsrahmen. Das Eigenheim als williger Geldautomat ist wegen der dramatisch sinkenden Hauspreise ausgefallen. Der Kumpel, bei dem man sich mal 100 Dollar geliehen hat, will diese plötzlich zurück, und zwar mit Nachdruck. Pfandhäuser haben Hochkonjunktur.

Dass wirkliches Sparen Verzicht bedeutet, das müssen viele Amerikaner jetzt auf die harte Tour lernen.

Bereits im zweiten Quartal sprang die Sparrate der Amerikaner, die in den Jahren zuvor teils sogar ins Minus gerutscht war, auf einen Wert von 2,8 Prozent, so hoch wie 2002 nicht mehr, als die Nation die traumatisierende Bedrohung durch den internationalen Terrorismus erlebte.

Stattessen sind jetzt plötzlich Tipps zum Sparen und cleveren Einkaufen gefragt.

Die Website Wowowow – The Women on the Web liefert eine Anleitung zur Bewältigung der Kreditkrise für modebewusste Zeitgenossinnen.

Vom Fashionista zum Recessionista: Emporio statt Giorgio Armani,  neue Sohlen statt neuer Schuhe, Gap statt Yves Saint Laurent, ein brasilianisches Kochboch statt eines „Brazilian Wax“, Netflix (das ist ein Postversand für DVDs) statt Netjets (ein Time-Sharing Modell für einen Privatjet).

Das Magazin „New York“ widmet dem Sparthema sogar einen Titel: „Gut leben und weniger ausgeben – die unerwarteten Freuden über den schlauen Umgang mit Geld.“

Die darin enthaltenen Sparvorschläge geben einen Vorgeschmack darauf, was der US-Wirtschaft noch bevorsteht, wenn sich die genetisch eher ausgabefreudig veranlagten Amerikaner daran orientieren.

Kein Starbucks Latte mehr, sondern lieber die Thermoskanne mit Heimgebrühtem fürs Büro mitnehmen. 2000 Dollar pro Jahr könnten Frauen sparen, wenn sie nicht mehr ins Nagelstudio gehen, sondern sich die Nägel selber lackieren. Klamotten lieber tauschen statt neu kaufen, bestenfalls die billigsten Restaurants New Yorks würden noch Zulauf haben.

U-Bahn statt Taxi, Generika statt teurer Originalmedikamente, den Hund gegen einen Goldfisch tauschen, selber kochen (damit tun sich die Amis sicher am schwersten). Und schließlich: Sex mit der Ex, statt in Bars rumzubaggern. Dann könne man sich teure Verschönerungen am eigenen Erscheinungsbild oder kostspielige Balzrituale mit Blumen, Cocktails und Geschenken sparen.   

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