Dallas: Scharfschützen töten mehrere Polizisten

Dallas: Scharfschützen töten mehrere Polizisten

, aktualisiert 08. Juli 2016, 10:31 Uhr
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In Dallas wurden Polizisten von Heckenschützen angegriffen.

Die neu entfachte Debatte über übermäßige Polizeigewalt gegen Schwarze eskaliert. Bei einem Protest in Dallas nehmen mehrere Scharfschützen Polizisten ins Visier und treffen elf Beamte.

Bei Protesten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze haben Scharfschützen in Dallas Beamte unter Feuer genommen und fünf von ihnen getötet. Sechs weitere Polizisten wurden verletzt. Ein Verdächtiger lieferte sich danach stundenlang in einem Parkhaus Feuergefechte mit der Polizei und war bis Freitagfrüh (Ortszeit) noch nicht gefasst. Drei Personen wurden in Gewahrsam genommen, wie Polizeichef David Brown sagte. Auch mindestens eine Demonstrantin wurde verletzt.

Die Attacke ist eine massive Eskalation nach jahrelangen Protesten dagegen, dass immer wieder Afroamerikaner bei Polizeikontrollen zu Tode kommen. In den vergangenen Tagen hatten Beamte zwei Schwarze in Louisiana und Minnesota erschossen. Verstörende Videos kursierten dazu im Internet und entfachten Proteste. In der Innenstadt von Dallas hatten sich deshalb am Donnerstagabend Hunderte Menschen zu einer Demonstration versammelt.

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Dort fielen gegen 20.45 Uhr (Ortszeit) die Schüsse. Nach Angaben von Polizeichef Brown schossen die Täter von „erhöhten Positionen“. Sie hätten den Plan gehabt, „so viele Beamte wie möglich zu verletzen und zu töten“. Brown unterstrich Stunden nach den ersten Schüssen, dass die Situation immer noch nicht unter Kontrolle sei.

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Ein Mann hatte sich seinen Worten zufolge in einem Parkhaus verschanzt und ließ sich auf Aufforderungen zur Aufgabe nicht ein. Er habe erwidert, er wolle noch weitere Polizisten verletzen, sagte der Polizeichef. Die Ermittler seien sich auch nach den drei Festnahmen nicht sicher, ob es noch weitere Tatbeteiligte gebe. Die Polizei durchkämmte die Innenstadt nach den Tätern. Helikopter kreisten, Polizisten mit automatischen Gewehren patrouillierten die Straßen.

Brown sagte, die Polizei kenne weder Motiv noch Täter. Diese hätten während der Proteste in der Innenstadt ein Dreieck gebildet - offenbar hätten sie etwas über die Route der Demonstration gewusst. Er wollte sich aber nicht festlegen, ob Protestierende irgendetwas mit der Attacke zu tun hätten.

Bürgermeister Mike Rawlings bestätigte, dass auch mindestens eine Zivilperson verletzt worden sei. Nach Angaben von Verwandten wurde die 37-jährige Shetamia Taylor am Bein getroffen. Ihre Schwester Theresa Williams sagte, Taylor habe mit ihren vier Söhnen im Alter von zwölf bis 17 Jahren an der Kundgebung teilgenommen. Als die Schüsse gefallen seien, habe sich Taylor schützend vor die Kinder gestellt.

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Live-Bilder von Fernsehsendern zeigten, wie sich die Menschenmenge in Panik in Sicherheit zu bringen versuchte. Beobachter sprachen von chaotischen Szenen. Alle seien einfach losgerannt, sagte der 21-jährige Devante Odom der Zeitung „The Dallas Morning News“. „Wir haben zwei unserer Freunde aus dem Blick verloren, weil wir versuchten, da wegzukommen.“ Der texanische Gouverneur Greg Abbott versprach der Stadt Dallas alle nötige Hilfe.

Hintergrund der Ereignisse: Am Dienstag war der 37-jährige Alton Sterling in Louisiana von zwei Polizisten niedergerungen und aus nächster Nähe erschossen worden. In der Gemeinde Falcon Heights im Staat Minnesota wurde der 32-jährige Philando Castile während einer Verkehrskontrolle von einem Beamten erschossen. Castiles Freundin Diamond Reynolds, filmte das Geschehen und stellte die Aufnahme ihres blutüberströmten Partners per Facebook-Livestream ins Internet.

US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstagabend erklärt, solche Vorfälle passierten viel zu häufig. Viele US-Bürger hätten ein Gefühl der Ungleichbehandlung.

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