Davos: China wirbt für Freihandel

Davos: China wirbt für Freihandel

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Chinas Präsident Xi Jinping

Der künftige US-Präsidentwill die Wirtschaft seines Landes mit Strafzöllen abschotten und Freihandelsabkommen aufkündigen. Das ist der falsche Ansatz, meint Xi Jinping - und ruft zur Zusammenarbeit auf.

Wenige Tage vor dem Amtsantritt des neuen US-Präsidenten Donald Trump hat der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping mit Nachdruck vor neuen Handelskriegen gewarnt. „Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft“, sagte er am Dienstag zum Auftakt der 47. Jahrestagung des Weltwirtschaftsforums in Davos. Alle Länder seien voneinander abhängig. „Niemand kann als Gewinner aus einem Handelskrieg herausgehen.“ Zugleich warb Xi für Freihandel.

„Wir müssen Nein sagen zum Protektionismus“, betonte er. „Protektionismus heißt, sich abzuschließen wie in einer Dunkelkammer, wo es möglicherweise weder Wind noch Regen gibt, aber eben auch weder Luft noch Licht.“ China wolle seinerseits globalen Handel ermöglichen. „Wir stehen für offene und transparente Freihandelsabkommen“, sagte Xi. „Die dringendste Aufgabe ist es, die Weltwirtschaft aus schwierigem Fahrwasser herauszuführen.“

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Vorwürfe von Globalisierungskritikern wies Xi zurück. Die Weltwirtschaft mit ihren vielen Warenströmen sei ein großer Ozean. „Jeder Versuch, Ströme abzubrechen oder zu blockieren und sie vom Ozean abzuschneiden und in kleine Bäche oder Seen zurückzuführen, wird nicht funktionieren“, sagte er. Zugleich räumte Xi Probleme wie die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ein. Daher sei es wichtig, gemeinsam die Globalisierung zu gestalten und alle einzubinden. Nur so könnten ihre positiven Auswirkungen zum Vorschein kommen.

Die Länder mit den meisten Teilnehmern beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos

  • Teilnehmerzahl

    Am Weltwirtschaftsforum in Davos nehmen dieses Jahr 3000 Menschen aus 99 Ländern teil.

    Quelle: WEF, Statista

  • Platz 1

    Aus den USA sind 836 Personen nach Davos gereist.

  • Platz 2

    301 Teilnehmer in Davos kommen aus dem Gastgeberland des Weltwirtschaftsforums.

  • Platz 3

    Aus dem Vereinigten Königreich kommen 283 Personen als Gäste nach Davos.

  • Platz 4

    136 Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums kommen aus Deutschland.

  • Platz 5

    107 Teilnehmer sind aus Indien angereist.

  • Platz 6

    Aus China kommen 92 Gäste.

  • Platz 7

    91 Teilnehmer sind aus Japan angereist.

  • Platz 8

    Aus dem Nachbarland Frankreich kommen 89 Teilnehmer.

  • Platz 9

    Aus Russland stammen 62 Gäste des Weltwirtschaftsforums.

  • Platz 10

    61 Teilnehmer kommen aus Kanada.

Kein Land dürfe Politik auf Kosten anderer betreiben. Internationale Vereinbarungen wie das Pariser Klimaabkommen dürften nicht aufgekündigt werden. Sonst sei die Zukunft der kommenden Generationen gefährdet.

Den künftigen US-Präsidenten Trump nannte Xi namentlich nicht. Trump hatte wiederholt angekündigt, globale Handelsabkommen aufzukündigen und die US-Wirtschaft auch mithilfe hoher Schutzzölle abzuschotten.

Xi kündigte beim ersten Besuch eines chinesischen Staatsoberhaupts in Davos zudem an, den Marktzugang für ausländische Unternehmen zu vereinfachen und Rechtssicherheit zu verbessern. Auch deutsche Firmen kritisieren sehr hohe Hürden bei Übernahmen in China.

Am Weltwirtschaftsforum (WEF) nehmen in diesem Jahr etwa 3000 Spitzenpolitiker, Topmanager und Wissenschaftler teil - so viele wie nie zuvor. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bleibt jedoch wie im Vorjahr fern. Für die Bundesregierung sind Finanzminister Wolfgang Schäuble, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Gesundheitsminister Hermann Gröhe (alle CDU) in Davos. Aus dem Wirtschaftsministerium kündigte sich Staatssekretär Matthias Machnig an.

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