Davos: Coelho statt Shopping: Gutes tun in Davos

Davos: Coelho statt Shopping: Gutes tun in Davos

von Roland Tichy

Bestseller-Autor Paulo Coelho ist beim Weltwirtschaftsforum ein gern gesehener Gast. Er nutzt seine Popularität, um der "Schwab Foundation for Social Entrepreneurship" Aufmerksamkeit zu verschaffen.

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Paulo Coelho, der brasilianische Bestseller-Autor gehört so zusagen zum Inventar von Davos.

Schon seit vielen Jahren beehrt Paulo Coelho den Graubündener Kurort während des Weltwirtschaftsforums mit seiner Anwesenheit und seine Sessions über die Kunst, eine Beziehung zur Leserschaft aufzubauen, sind immer schnell ausgebucht. Er ist einer der Programmpunkte in denen die mitgenommenen Partnerinnen sich die Zeit vertreiben und ihren Teil vom Geist von Davos inhalieren, denn das Shoppingangebot ist eher mager. Coelho macht sich aber nicht nur als Publikumsmagnet nützlich, sondern er engagiert sich auch konkret dabei, Menschen zusammenzubringen, die "Herausforderungen annehmen": als Stiftungsvorstand trägt er dazu bei, der "Schwab Foundation for Social Entrepreneurship" Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Seit 1998 ist die von Hilde und Klaus Schwab gegründete Stiftung weltweit auf der Suche nach Entrepreneuren, die durch ihre Geschäftsmodelle dazu beitragen, die Welt ein wenig besser zu machen. 199 derartiger Gründer haben sie mittlerweile für würdig befunden, Mitglied in der Gemeinschaft der Entrepreneure zu werden. Rund 25 von ihnen werden nach Davos zum World Economic Forum eingeladen.

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Zwei deutsche Entrepreneure

Wer von den Innovatoren der Weltverbesserung die begehrte Einladung erhält, hängt von verschiedenen Kriterien ab: Ob sie mit ihrer Mission ins Tagungsprogramm passen und ganz entscheidend, ob sie hinreichend gut Englisch können, um Panels zu leiten oder zumindest mitzudiskutieren.

In diesem Jahr sind 28 Social Entrepreneurship in Davos vertreten, darunter zwei Deutsche: Jürgen Griesbeck hat es sich mit seiner "Streetfootballworld" zum Ziel gesetzt, benachteiligten Jugendlichen über ihre Liebe zum Fußball Entwicklungschancen zu vermitteln. Norbert Kunz hat es sich zur Aufgabe gemacht, der Arbeitslosigkeit im Osten Deutschlands mit seiner "Iq Consult" etwas entgegenzusetzen. Schon 10.000 Menschen haben Trainings- und Mentorenprogramme von Iq Consult durchlaufen, was zur Gründung von 1.500 neuen Unternehmen mit durchschnittlich 1,5 Jobs geführt hat. Durch das Netzwerken in Davos werden Juergen Griesbeck und Norbert Kunz ihre sozialen Innovationen sicherlich bekannter und möglicherweise auch einflussreicher machen.

Musterbeispiel Grameen Danone Foods

Wie hilfreich dieses Netzwerken sein kann, zeigt das Beispiel von Muhammad Yunus, dem Erfinder der Mikrokredite, der seit 16 Jahren regelmäßig nach Davos kommt und der ebenfalls dem Stiftungs-Vorstand angehört. Zusammen mit Danone hat er das Sozialunternehmen "Grameen Danone Foods" ins Leben gerufen, um der Mangelernährung in Bangladesh entgegenzuwirken.

Weitere Links zum Artikel Klimaschutz als Randaspekt

Ein mit Vitaminen und Mineralstoffen angereicherter Joghurt namens "Shoki Doi" verbessert nicht nur die Ernährungssituation in dem bitterarmen Land, sondern schafft darüber hinaus auch Arbeitsplätze: Denn vertrieben wird der Joghurt über Zwischenhändlerinnen - so genannte Grameen Ladies", die mit einer Kühltasche von Haustür zu Haustür gehen und das Produkt für 6 Cent pro Becher verkaufen. 650 Arbeitsplätze konnte "Grameen Danone Foods" dadurch schaffen und den Beweis erbringen, dass Sozialunternehmen mit einer guten Idee, Großes bewirken können.

Im vierzehnten Jahr ihrer Gründung ist die Schwab Foundation for Social Entrepreneuship eine bunte Inspirationsquelle für alle, die dem hoffnungslosen Weiter-So etwas entgegen setzen wollen. Denn die großen Projekte der Weltrettung kommen ja doch kaum über die Eingangsportale des Kongresszentrums hinaus.

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