Davos: Der Iran will Entspannung – aber nicht um jeden Preis

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Davos: Der Iran will Entspannung – aber nicht um jeden Preis

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Bei seiner Ansprache in Davos lud der iranische Präsident Hassan Rohani die Wirtschaftsvertreter ein, sich selbst vom Potenzial des Staates zu überzeugen

von Tim Rahmann

Präsident Hassan Rohani unterstreicht in Davos, dass er im Atomstreit eine Lösung will. Gleichzeitig wirft er Kritikern "Propaganda" vor und stellt Bedingungen.

Eins muss man Hassan Rohani lassen: Er lässt seinen Wahlversprechen Taten folgen. Im Sommer des vergangenen Jahres siegte der Mann mit dem weißen Turban völlig überraschend bei den Präsidentschaftswahlen mit dem Versprechen, Bewegung in den Atomstreit zu bringen und dem Westen die Hand zu reichen. Im November einigten sich der Iran und die Uno-Vetomächte auf das "Genfer Abkommen". Für ein halbes Jahr schränkt die Nahost-Macht seine Urananreicherung ein, während die USA eingefrorene iranische Bankguthaben im Wert von mehreren Milliarden Dollar freigeben. Es ist eine Übergangslösung für sechs Monate, kein Durchbruch. Doch Rohani machte auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos klar, dass er weitere Schritte der Entspannung einleiten will.

"Niemand kann in unserer globalisierten Welt alleine leben und wirtschaften. Keine Macht kann ihre Herrschaft als dauerhaft betrachten. Wir sitzen alle im gleichen Boot", sagte Rohani. Deshalb wolle er eine neue Phase der Zusammenarbeit einleiten und eine "Politik der Mäßigung" praktizieren. Mit den USA könne er sich gar eine Freundschaft vorstellen. Der Iran reiche allen Ländern die Hand, erklärte Rohani.

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Sanktionen könnten fallen Im Iran beginnt eine entscheidende Phase

Unter der neuen Regierung gerät ein Ende der wirtschaftlichen Isolation des Iran in Sicht. Doch die Probleme des Landes sind damit noch lange nicht gelöst.

Quelle: imago / xinhua

Das Entgegenkommen des Iran ist nicht in erster Linie dem pazifistischen Wesen von Rohani geschuldet. Nein, vielmehr ist es der Versuch, den wirtschaftlichen Niedergang zu stoppen. Geschäfte mit der angehenden Atommacht sind verboten, die meisten Konten des Regimes im Ausland eingefroren, die Inflation galoppiert. Und die Infrastruktur verfällt. Das Land braucht dringend Hilfe bei der überfälligen Modernisierung der vergammelten Öl- und Gasfelder, der Pipelines und Energiehäfen.

"Alle Wirtschaftssanktionen werden nicht zur gemeinsamen Sicherheit beitragen", machte Rohani klar. Der Zugang zu Wissen und Technologie sei unabdingbar. "Wer Hindernisse aufstellt", müsse sich aber nicht wundern, "wenn Feindschaften wachsen."

Die Wirtschaftsvertreter in Davos hörten gespannt zu. Der Iran ist aufgrund des gewaltigen Nachholbedarfs und seines großen Binnenmarktes mit 75 Millionen Einwohnern ein lukratives Geschäftsfeld, wären da nicht die Sanktionen. Internationale Ölkonzerne, aber auch Baufirmen und Pharmaunternehmen hoffen auf einen neuen Versuch.

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