Davos Diary 2009: Neue Banken braucht die Welt

Davos Diary 2009: Neue Banken braucht die Welt

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WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy

Die Finanzkrise ist das Thema in Davos. Allerdings – viel Neues ist da nicht zu hören. Banker sind seltene Exemplare: Josef Ackermann, Deutsche Bank, ist einer der wenigen, die noch den Mut haben, sich außerhalb ihrer Banktürme zu präsentieren, berichtet Roland Tichy, Chefredakteur der WirtschaftsWoche aus Davos.

Es sind die Außenseiter, die die wirklich guten Ideen haben, George Soros, beispielsweise, der Meisterspekulant und Multimilliardär mit dem goldenen Herzen und dem Superhirn. Er hat die Gründung von "Good Banks" vorgeschlagen. Good Banks?

Die Idee ist ebenso einfach wie bestechend. Wenn die Banken, die in ihren Büchern fiese Wertpapiere haben die in einer Bad Bank auf Kosten der Steuerzahler abladen wollen – warum soll man dann nicht eine völlig neue, unbelastete Bank gründen?

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Manche Ideen scheinen gleichzeitig an verschiedenen Orten des Planeten zu entstehen  - möglicherweise schon ein Hinweis darauf, dass die Zeit reif ist. Vor zwei Wochen habe ich in der WirtschaftsWoche im Editorial auch darüber nach gedacht; und siehe da: Viele Unternehmer, und zwar auch solche mit Milliarden im Vermögen, waren spontan begeistert.  Die Zeit scheint wirklich reif zu sein.

Das Wirtschaftsleben ist ja schon deshalb so zäh wie mit Kunsthonig verklebt, weil die Banken sich gegenseitig nach wie vor abgrundtief misstrauen. Deshalb stockt nach wie vor der Kapitalmarkt, erhalten Unternehmen weniger Kredit, deshalb stockt die wirtschaftliche Erholung.

Eine Good Bank, oder deren Viele, wäre über jeden Zweifel erhaben. Sie könnte ein Neustart sein, und so ganz neu ist die Idee ja auch nicht: Immer schon gab es Selbsthilfe von Unternehmen, Kommunen und Staaten, die in die Hand genommen haben, was Banken nicht geschafft haben. Warum also nicht noch einmal? Voraussetzung ist allerdings: Geld, Geld, Geld und noch mal Geld.

Aber Soros wäre nicht Soros, hätte er da nicht eine Lösung parat. Er könnte ja ein paar seiner überzähligen Milliarden investieren. Klar, nicht für umsonst.

Das ist ja auch in Ordnung, das Weltfinanzszstem ist ja nicht mit der Spendenbüchse reaktivierbar. Aber Soros, der Mann mit der goldenen Nase, das wäre schon ein Beginn – und wer möchte nicht im Gefolge des Meisterspekulanten mit dabei sein, wenn es um eine gute Sache geht: Die Rettung der Weltwirtschaft vor den Banken?

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