Davos Diary 2010: Top-Manager wenden sich vom Shareholder Value ab

Davos Diary 2010: Top-Manager wenden sich vom Shareholder Value ab

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Paul Polman, Chef des Konsumgüterkonzerns Unilever

WirtschaftsWoche-Chefredakteur Roland Tichy verfolgte in Davos eine Diskussion, bei der Top-Manager über das Konsumverhalten ihrer Kunden reden wollten – und dabei schnell beim Abschied vom Shareholder Value landeten.

Eigentlich hieß das Panel “Redesigning Consumption Patterns” und die hochkarätigen Diskutanten sollten der Frage nachgehen, wie sich das Konsumverhalten ihrer Kunden in Richtung Nachhaltigkeit verändern lässt.

Schnell wurde jedoch klar, dass Manager nicht Wasser predigen können, wenn sie selber Wein trinken. Es geht darum, von der Spitze eines Unternehmens her neue Werte, neue Managementmethoden, ein neues Verhältnis zum Aktionär zu etablieren.

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“Stakeholder Value statt Shareholder Value”, bringt dies Unilever-Chef Paul Polman auf den Punkt. Die Maximierung des Shareholder Values dürfe nicht länger im Vordergrund stehen, denn manche Aktionäre würden für kurzfristigen Profit sogar ihre Großmutter verkaufen. Ein Unternehmen auf diese Weise langfristig erfolgreich zu führen sei aber nicht möglich.

Top-Manager feilen an neuen Geschäftsmodellen

Der Lenker des weltweit drittgrößten Konsumgüterkonzerns hat sich für sein Unternehmen viel vorgenommen. Bis zum Jahr 2015 will er alle verwendeten Rohstoffe, beispielsweise Palmöl für Körperpflegeprodukte, auf nachhaltige Weise produzieren lassen. Im Jahr 2009 hat Polman die Leitung des britisch-niederländischen Konzerns übernommen hat. Dem gebürtigen Holländer ist klar, dass dieses Vorhaben ein Kraftakt ist. Es funktioniere nur, wenn alle Beteiligten der Produktionskette darin eingebunden sind, sagt Polman.

“Wir müssen unser Geschäftsmodell verändern”, zielt Maurice Levy, Chef des Werbe- und Kommunikationskonzerns Publicis, in die gleiche Richtung. Leo Apotheker, Vorstandssprecher von SAP, will dabei zunächst bei sich und seinen Mitarbeitern ansetzen: “Wir müssen uns selbst darin ausbilden, weniger ressourcenhungrig zu sein”.

Keine schlechte Idee: Denn die IT-Branche produziert ähnlich viel klimaschädliches Kohlendioxid wie die Luftfahrt.

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