Davos Diary: Acht Punkte, um den weltgrößten Promi-Zirkus zu verstehen

Davos Diary: Acht Punkte, um den weltgrößten Promi-Zirkus zu verstehen

von Roland Tichy

In Davos werden die neuen Kräfteverhältnisse in der Weltwirtschaft sichtbar: Die boomenden Schwellenländer wie China und Indien sind beim Weltwirtschaftsforum so stark vertreten wie noch nie zuvor.

1. Worum geht`s in diesem Jahr?

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WEF

Das Motto des World Economic Forum (WEF) lautet „Gemeinsame Werte für die Neue Wirklichkeit“. (Shared Norms for the New Reality). Das klingt seltsam weltfern, aber fasst zusammen, was die globale Gemeinschaft tatsächlich bewegt: Die neue Realität der Welt besteht aus vielen neuen und alten Machtzentren; neue kommen hinzu wie in den letzten Jahren China, Indien und neuerdings Brasilien; alte wie die Sowjetunion sind verschwunden. Das gilt auch für Unternehmen – Davos ist auch die Bühne, auf der die neuen Weltkonzerne aus den früheren „Entwicklungsländern“ sich zeigen – Indiens Software-Riesen und Autokonzerne, Chinas High-Tech-Schmieden und Südamerikas neue Industrie-Konglomerate. Ein neues Machtssystem unterschiedlicher Zentren im Wettlauf um globale Wettbewerbsfähigkeit ist entstanden; es wirkt instabil, veränderlich und gefährdet. Die Rolle der Regierungen verändert sich, die dahinter stehenden Menschen, die Knappheit an Rohstoffen und Energie verschärft sich und verändert wiederum die Machtbalance. Konkret wird die Frage diskutiert, ob sich die Weltwirtschaft nach dem Schock der Finanzkrise wieder erholt, wo die neuen Wachstumszentren sind, ob die USA einen neuen Rückschlag fürchten müssen und wie China sein Superwachstum managed – ob Inflation die Zukunft beherrscht oder Deflation, wie globale Risiken besser erkannt und Gegensteuerung eingeleitet werden kann. Es sind die großen Fragen, die aber auch die Lage auf dem Arbeitsamtsbezirk in Pusemuckel beeinflussen. Die Organisatoren des Weltwirtschaftsforums unterstützen die Forderung des G-20-Gipfels der größten Wirtschaftsnationen, die mehr Stabilität und wirtschaftliche Abstimmung proklamieren. – Das WEF versteht sich auch als eine kleine, informelle Weltregierung.

2. Wer aus der Wirtschaft kommt nach Davos?

Offiziell haben sich 2.491 Teilnehmer gemeldet, dazu kommen noch zahlreiche Helfer, Assistenten, Mitarbeiter, PR-Beauftragte und immer mehr  „Adabeis“ – obwohl die ursprüngliche Idee des WEF darin bestand, nur die wirklichen Entscheidungsträger zuzulassen. Aber es geht nicht nur um die Zahl der Teilnehmer – mehr noch um die Überlappung von Kreisen, die sonst nicht so übermäßig viel miteinander zu tun haben. Im Zentrum stehen Wirtschaftsführer – so sind die Vorstandsvorsitzenden von zwölf deutschen Dax-30-Konzernen dabei: Frank Appel (Deutsche Post), Martin Winterkorn und Ferdinand Piech (VW), Martin Blessing (Commerzbank), Josef Ackermann (Deutsche Bank), Nikolaus von Bomhard (Münchner Rück), Christoph Franz (Lufthansa), Jürgen Großmann (RWE), Eckhard Cordes (Metro), Reto Francioni (Deutsche Börse), Johannes Teyssen ( Eon), René Obermann (Deutsche Telekom), Jürgen Hambrecht (BASF). Dazu kommen aber auch beispielsweise Franz Fehrenbach von Bosch, Klaus Engel von Evonik, Tom Enders von EADS oder Bertelsmann-Chef Hartmut-Ostrowski, Hans-Peter Villis von EnBW und Axel Heitmann/Lanxess. Insgesamt sind die Vertreter der Top-1000 der globalen Wirtschaft vertreten; der Superspekulant George Soros ebenso wie der Hedge-Fonds-Gigant Stephan Schwarzmann von Blackstone. Aber noch einmal – es ist die Mischung, die es macht. So werden Boeing-Chef Jim Albough und die indische Pepis-Chefin Indra Nooyi  mit Russlands-Premier Dimitrij Medjedev über Modernisierungspolitik in Russland diskutieren. 

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