Davos Diary: Glamouröses Treffen der Mächtigsten der Welt

Davos Diary: Glamouröses Treffen der Mächtigsten der Welt

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Paulo Coelho, der brasilianische Bestseller-Autor gehört so zusagen zum Inventar von Davos.

von Roland Tichy

Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos stehen die drängendsten Wirtschaftsfragen der Zeit zur Debatte. Abseits der öffentlichen Termine geht es glamourös zu. Der Chefredakteur der WirtschaftsWoche, Roland Tichy, schildert seine persönlichen Eindrücke.

+++ Freitag, 15:49 Uhr +++

Coelho statt Shopping

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Schon seit vielen Jahren beehrt Paulo Coelho den Graubündener Kurort während des Weltwirtschaftsforums mit seiner Anwesenheit und seine Sessions über die Kunst, eine Beziehung zur Leserschaft aufzubauen, sind immer schnell ausgebucht. Er ist einer der Programmpunkte in denen die mitgenommenen Partnerinnen sich die Zeit vertreiben und ihren Teil vom Geist von Davos inhalieren, denn das Shoppingangebot ist eher mager. Coelho macht sich aber nicht nur als Publikumsmagnet nützlich, sondern er engagiert sich auch konkret dabei, Menschen zusammenzubringen, die "Herausforderungen annehmen": als Stiftungsvorstand trägt er dazu bei, der "Schwab Foundation for Social Entrepreneurship" Aufmerksamkeit zu verschaffen. Warum die Stiftung eine bunte Inspirationsquelle ist, lesen Sie hier.

+++ Donnerstag, 15:57 Uhr +++

Kein Protest gegen Geschäfte

Reto Francioni, Vorstandschef der Deutschen Börse AG ist persönlich ein bescheidener Mann. Wer ihn in den vergangenen Jahren treffen wollte, der wurde beispielsweise in den Personal-Aufenthaltsraum des wegen seiner Schokoladen berühmten Café Schneider gebeten. Da diskutierte man dann zwischen abgestellten Thermoskannen über die Zukunft der Weltbörsen. Aber heuer hat Francioni zugelangt: An der Davoser Flaniermeile hat er für die Zeit des World Economic Forums eine Modeboutique mieten, für die Zeit des World Economic Forum ausräumen und umdekorieren lassen. Die Absicht ist klar : Die geplante Fusion von Deutscher- und US-Börse, der New York Stock Exchange, droht am Einspruch der EU-Kommission zu scheitern. Der für Wettbewerbsfragen zuständige Kommissar Joaquín Almunia hat sich dagegen ausgesprochen, Binnenmarktkommissar Michel Barnier dafür. Jetzt wird in wenigen Tagen eine Mehrheitsentscheidung aller Kommissare endgültig entscheiden. Die Chancen stehen schlecht für Francionis Fusionspläne. Aber er gibt nicht auf - immerhin sind neun Kommissare in Davos, darunter Energie-Kommissar Oettinger, und die Luxemburgerin Viviane Reding, Vizepräsidentin der Kommission und für Justiz zuständig und Bürger, weswegen sie über alles reden kann. Alle diese Kommissare gilt es jetzt zu bearbeiten. Das klappt nicht im Hinterzimmer. Da muss schon Lobby-Power wirken, auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer positiven Bewertung gering sind.
Und seltsam genug: Wenige Meter weiter stehen zwei Protestierer, über die viel geschrieben wurde, aber die nicht wahrgenommen werden. Der eine hat einen Schuppenumhang aus Dollarnoten und eine Maske, der andere ein paar winzige Flugblätter. Für die Dollar-Mumie interessiert sich keiner, flehentlich bittet er vorbeieilende Fotografen um eine Aufnahme. Auch die Flugblattverteilung wird jäh unterbrochen: Die aufgebrachte Eigentümerin vom Café Schneider untersagt Propaganda gegen das WEF in ihrem Vorgarten, in dem ein riesiges Zelt aufgebaut ist, prachtvoll, bunt, beheizt. Hier wirbt Indien um Investoren. Schließlich ist die Saison in Davos kurz, genau gesagt nur fünf Tage lang, in denen man jeden, aber auch jeden Hühnerstall oder Aufenthaltsraum oder Vorgarten teuer vermieten kann. Da stört, wer das Geschäft stören könnte.

+++ Donnerstag, 13:47 Uhr +++

Extra Flugparkplatz für Davos

Auch die Schweizer sind fluglärmempfindlich. So ärgern sich die Anwohner des Militärflugplatzes Dübendorf über seltene Gäste: am Eröffnungstag landeten dort 31 Maschinen von Wirtschaftspromis. Allerdings steigen nur die Besatzungen aus, nicht die Gäste. Der Grund: Der Züricher AirPort Kloten, wo die Gäste wie Bill Gates aussteigen müssen und durch die Grenzkontrollen geschleust werden, verfügt nicht über ausreichende Jetparkplätze. Und selbst in Dübendorf ist es noch zu eng bei diesem Andrang: auch in Orten wie  Altenrhein, Bern und Samaden werden Pisten fürs Promiparken reserviert.  Das häufigste Fluggerät sind Maschinen vom Typ Falcon oder Gulfstream, aber auch eine ausgewachsene Boeing 737 ist dabei.

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