Davos: Eine Gefahr für die Weltwirtschaft

Davos: Eine Gefahr für die Weltwirtschaft

Bei dem Weltwirtschaftsforum in Davos sprechen Politiker und Vertreter der Wirtschaft noch bis Sonntag unter anderem über Rohstoffe, Lebensmittel und Hunger. Die stark gestiegenen Lebensmittelpreise könnten auch weiter zu sozialen Unruhen führen.

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Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono

Rohstoffe, die Entwicklung der Lebensmittelpreise und Hunger stehen bei den Teilnehmern des 41. Weltwirtschaftsforums in Davos ganz oben auf dem Themenplan. Nach Meinung der Weltbank, gehören die Zeiten billiger Lebensmittel der Vergangenheit an.

„Wir werden keine billigen Nahrungsmittelpreise mehr sehen, denn wir haben es mit einem langfristigen Phänomen zu tun“, sagte Weltbank-Direktorin Ngozi Onkonjo-Iweala am Donnerstag im Schweizer Skiort Davos, in dem es  am zweiten Veranstaltungstag zu einer kleineren Explosion in einem Hotel gekommen ist. Verletzte soll es dabei nicht gegeben haben.

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Um einen noch stärkeren Anstieg der Lebensmittelpreise zu vermeiden, empfiehlt Onkonjo-Iweala höhere Investitionen in Afrika. „Denn mehr als 50 Prozent der anbaufähigen Flächen befinden sich in Afrika.“

Eine starke Regulierung der Rohstoffmärkte hält die Weltbank dagegen für den falschen Weg. „Wir brauchen eine gewisse Regulierung, aber keine harte Hand“, sagte sie weiter. „Wir müssen die Rohstoffmärkte in Schlüsselregionen wie Afrika weiterentwickeln, um den Landwirten die Planung zu ermöglichen.“ Einige Experten machen Hedgefonds und andereInvestoren für die Preisexplosion mitverantwortlich.

Die Weltbank sieht in den steigenden Nahrungsmittelpreisen eine Gefahr für die globale Konjunkturerholung und soziale Stabilität. „Das trifft die Ärmsten am härtesten“, sagte die Direktorin.

Soziale Unruhen

Rohstoffknappheit und Hunger stellen auch nach Meinung von Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono eine Gefahr für die Weltwirtschaft dar. Er rief deshalb am Donnerstag vor dem Weltwirtschaftsforum die Gruppe der G20-Staaten zum gemeinsamen Handeln auf. Nur so könnten zukünftig Aufstände weltweit verhindert werden, sagte der Präsident.Rasches und gemeinsames Handeln sei nötig.

„Wir leben weiterhin in einer Zeit der Unsicherheit über die globale Wirtschaft“, sagte Yudhoyono. „Lebensmittel- und Energiepreise steigen weiter, Armut und Hunger können zu sozialen Unruhen führen.“ Dies müsse gemeinsam bekämpft werden, zumal die Weltbevölkerung weiterhin rasant wachse, zum größten Teil in Asien. Diese „neue Realität“ zwinge zu weltweiter enger Zusammenarbeit, forderte der Präsident. „Der nächste ökonomische Krieg oder Konflikt könnte um das Rennen für knappe Ressourcen gehen.“

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