Denkfabrik: Amerikaner dürfen auf rosige Zeiten hoffen

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Die Lebensqualität in den USA wird in den kommenden Jahren steigen.

Kolumne von Martin S. Feldstein

US- Ökonomen sagen der US-Wirtschaft langfristig nur noch ein mäßiges Pro-Kopf-Wachstum voraus. Trotzdem dürfte der Lebensstandard der Menschen deutlich zulegen.

Kein Zweifel: Die kurzfristigen Aussichten für die amerikanische Wirtschaft haben sich verbessert. Das liegt nicht zuletzt daran, dass das Vermögen der privaten Haushalte im vergangenen Jahr steil angestiegen ist. Die USA haben nunmehr die Chance, ihr reales – also inflationsbereinigtes – Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf deutlicher zu steigern als im Durchschnitt der Jahre nach der schweren Rezession 2008/09. Seitdem legte das BIP des Landes um 1,7 Prozent pro Jahr zu.

Wie aber sieht es mit den langfristigen Wachstumsperspektiven der USA aus? Das Haushaltsbüro des US-Kongresses in Washington (CBO) hat dazu eine neue Projektion veröffentlicht. Danach könnte das reale BIP pro Kopf, das in den 40 Jahren vor der Rezession im Schnitt mit einer Jahresrate von 2,1 Prozent wuchs, zwischen 2023 und 2088 nur noch um durchschnittlich 1,6 Prozent zulegen.

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Der wichtigste Grund dafür: Der Anteil der Erwerbstätigen an der Gesamtbevölkerung nimmt ab. Die amerikanische Gesellschaft altert, die Geburtenrate sinkt, und der Frauenanteil an den Erwerbstätigen steigt nicht mehr übermäßig stark. Von 1970 bis 2010 stieg die Zahl der arbeitenden Menschen in den USA jedes Jahr um durchschnittlich 1,6 Prozent. Dieser Wert sinkt in den kommenden Jahrzehnten laut CBO auf magere 0,4 Prozent.

Denkfabrik Der Aufschwung kommt - ein bisschen

In den Jahren nach der Rezession gab es immer wieder Hoffnungen für einen Aufschwung in den USA. 2014 können die Prognosen für die größte Volkswirtschaft der Welt eintreffen. Ein Rückblick und Ausblick.

Quelle: Marcel Stahn für WirtschaftsWoche

Ein Rückgang des realen Wachstums pro Kopf von 2,1 auf 1,6 Prozent deutet auf beträchtlich schlechtere Zeiten hin. Doch selbst wenn man von diesen Projektionen unmittelbar auf die künftige Entwicklung des Lebensstandards schließt, untermauern sie nicht die weitverbreitete Sorge, den Kindern von heute würde es materiell nicht so gut gehen wie ihren Eltern. Ein jährliches Pro-Kopf-Wachstum von 1,6 Prozent bedeutet für ein Kind, das heute zur Welt kommt, dass es mit 30 Jahren ein um 60 Prozent höheres Realeinkommen haben wird als seine Eltern im selben Alter.

Natürlich profitieren nicht alle Menschen gleichermaßen von einer solchen durchschnittlichen Wachstumsrate. Manche werden den durchschnittlichen Wohlstandsgewinn von 60 Prozent in den kommenden drei Jahrzehnten übertreffen, und andere werden diese Marke gar nicht erst erreichen. Doch ein 30-jähriger Amerikaner im Jahr 2044, dessen Familie nur zur Hälfte am durchschnittlichen Wachstums der Volkswirtschaft partizipiert hat, wird immer noch ein Realeinkommen haben, das um 30 Prozent höher ist als das der Eltern zur Zeit seiner Geburt.

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