Denkfabrik: Der Aufschwung kommt - ein bisschen

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Denkfabrik: Der Aufschwung kommt - ein bisschen

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Die Obama-Regierung hat schon früh Konjunkturpakete gestartet, die haben aber nicht gegriffen. Nun endlich schient es der US-Wirtschaft besser zu gehen

von Martin S. Feldstein

In den Jahren nach der Rezession gab es immer wieder Hoffnungen für einen kräftigen Aufschwung in den USA – doch heraus kam nur ein konjunkturelles Aufflackern. 2014 sind die Perspektiven für die größte Volkswirtschaft der Welt endlich wieder besser. Ein Rückblick und Ausblick.

Zugegeben: In den vergangenen sechs Jahren war ich meistens skeptisch, wenn ich optimistische Prognosen für die US-Konjunktur hörte. Wo Prognostiker und politische Funktionäre grüne Triebe der Erholung und Grund zur Zuversicht sahen, rechnete ich eher mit kräftigem Gegenwind – und mit einem allenfalls schwächlichen Aufschwung. Doch 2014 ist das anders. Obwohl auch in diesem Jahr Risiken für die US-Wirtschaft bestehen, gibt es gute Aussichten für ein Wachstum, das stärker ausfallen könnte als in der Zeit vor der Rezession.

Zu früh gefreut

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Blicken wir zurück: Als es im Jahr 2008 mit der amerikanischen Wirtschaft bergab ging, begann die US-Notenbank Fed mit einer aggressiven geldpolitischen Lockerung. Die Rückkehr zur Normalität an den Finanzmärkten und die niedrigeren Zinssätze bewirkten im Sommer 2009 einen Aufschwung; viele Prognostiker und Marktteilnehmer erwarteten nun eine für die Zeit nach einer Rezession typische rasche Erholung der Wirtschaft. Ich warnte damals davor, dass der Aufschwung wesentlich schwächer würde als erwartet. Denn anders als vorherige Konjunkturzyklen war die Rezession, die Ende 2007 begann, ja nicht durch hohe Zinsen verursacht worden. Daher würde eine Senkung der Zinsen wenig bewirken.

Wissenswertes über die USA

  • Wenige Millionenstädte

    Obwohl die USA über 307 Millionen Einwohner haben, gibt es relativ wenige Millionenstädte. Es sind gerade einmal neun: New York (8,17 Millionen Einwohner), Los Angeles (3,79 Millionen), Chicago (2,95 Millionen), Houston (2,09 Millionen), Philadelphia (1,52 Millionen), Phoenix (1,45 Millionen), San Antonio (1,32 Millionen), San Diego (1,30 Millionen) und Dallas (1,19 Millionen).

  • 50 oder 51 Staaten?

    Wie viele Bundesstaaten haben die USA? Die richtige Antwort lautet: 50. Oftmals wird fälschlicherweise auch Washington, D.C. als Bundesstaat genannt. Die Abkürzung D.C. steht für „District of Columbia“. Der Distrikt gehört zu keinem Bundesstaat, sondern ist dem Kongress der Vereinigten Staaten direkt unterstellt.

  • Beliebte deutsche Wörter

    Es gibt eine ganze Reihe von deutschen Wörtern, die ins amerikanische Englisch eingedrungen sind. Darunter die bekannten Vokabeln Oktoberfest, Autobahn, Blitzkrieg, angst und kindergarten. Aber auch: wunderkind, waldsterben und doppelganger.

  • Deutsch als Amtssprache?

    Seit 200 Jahren hält sich hartnäckig eine Legende, die besagt, dass Deutsch um ein Haar die offizielle Landessprache der USA geworden wäre. Wahr ist, dass knapp jeder dritte Bürger im US-Ostküstenstaat Pennsylvania zu Beginn des 19. Jahrhunderts deutsche Wurzeln hatte. US-weit lag der Bevölkerungsanteil der Deutschen bei nicht einmal zehn Prozent. Und: Eine Abstimmung über die Amtssprache der USA hat niemals stattgefunden, auch nicht auf regionaler Ebene.

  • Skurrile Gesetze

    In den USA gibt es Unmengen von unsinnigen Gesetzen. Eine Auswahl gefällig? Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit verbundenen Augen, während man in Florida auf Parkplätzen kein Ständchen singen darf – wenn man nur Badeshorts anhat. Die Stadt Gary in Indiana stellt sich dem Mundgeruch. Nach einem ausgiebigen Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen, oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. In der Weltstadt New York ist es verboten, sich den Daumen in die Nase zu stecken und dabei mit den Fingern zu wackeln.

So kam es dann auch. Die neue Regierung von US-Präsident Barack Obama kündigte daraufhin ein Drei-Jahres-Konjunkturpaket an, um die Gesamtnachfrage zu stimulieren. Regierungsbeamte und andere Experten sagten voraus, nun käme der Aufschwung aber wirklich, die fiskalpolitischen Anreize würde der Wirtschaft ankurbeln.

 Doch rückblickend muss man sagen: Das Konjunkturpaket war nicht besonders wirksam. Es war zu klein, um die Produktionslücke zu schließen; ein Großteil der Stimuli finanzierte lediglich die gestiegenen Ausgaben der Bundesstaaten. Andere Teile des Pakets flossen an die Bürger, doch so, wie das Konjunkturpaket gestaltet war, steigerten die höheren Transferleistungen und Ausgaben die Staatsschulden stärker als das Bruttoinlandsprodukt (BIP).

Als die Fed sah, wie schwach der Aufschwung blieb, startete sie ihre unkonventionelle Strategie der „quantitativen Lockerung“, bei der sie in großem Stil langfristige Wertpapiere ankaufte und versprach, den kurzfristigen Tagesgeldsatz auf längere Zeit äußerst niedrig zu halten. Ziel war es, Portfolioanleger dazu zu bringen, stärker in Aktien und andere Vermögenswerte zu investieren. Die daraus resultierenden Preissteigerungen sollten das Vermögen der Privathaushalte und die Konsumausgaben erhöhten. Niedrigere langfristige Zinsen sollten ebenfalls die Kosten für Hypothekenkredite reduzieren und den Wert von Eigenheimen steigern.

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